[Solo] Meine Heldenreise: Vom OP-Tisch zur Beraterin

Shownotes

Wer bist du eigentlich noch, wenn dir von heute auf morgen genau das genommen wird, was deine Identität jahrelang ausgemacht hat?

In dieser sehr persönlichen Solo-Folge nehme ich euch mit hinter die Kulissen und erzähle meine eigene, ungeschönte Heldenreise. Insgesamt blicke ich auf 20 Jahre im Gesundheitswesen zurück. Angefangen hat alles im OP – meine absolute berufliche Heimat, bis mein eigener Körper mit einem Bandscheibenvorfall plötzlich die Notbremse zog. Ich erzähle euch von meinem Fall in ein tiefes Jammertal, der ohnmächtigen Opferhaltung und dem entscheidenden Wendepunkt, der mich schließlich ins Marketing und in die Beratung geführt hat.

Erfahrt, wie ich mich neu erfinden musste, warum externe Berater im Gesundheitswesen oft kläglich scheitern und wie mich mein eigener Weg dazu gezwungen hat, genau die Übersetzerin zu werden, die Arztpraxen und Kliniken heute dringend brauchen.

In dieser Folge erfährst du:

Warum der OP der Grundstein für meine Leidenschaft im Gesundheitswesen war.

Wie sich der plötzliche Verlust der klinischen Identität anfühlt (und wie man da wieder rauskommt).

Die Brücke zwischen 20 Jahren Praxiserfahrung: Warum Marketing und Klinikalltag keine Gegensätze sein dürfen.

Wie aus dem härtesten Bruch mein größter Durchbruch zur Gestalterin wurde.

Links & Ressourcen zur Folge:

Gab es in eurem Berufsleben auch schon mal so einen krassen Wendepunkt? Schreibt mir eure Geschichte super gerne auf LinkedIn oder diskutiert auf Instagram mit mir darüber!

Vernetze dich mit mir auf LinkedIn: www.linkedin.com/annette-szabó/

Folge mir auf Instagram: @annette.szabo Alles rund um meine Praxisberatung und zum Club der Gestalter: www.annetteszabo.de

Dir hat die Folge gefallen? Abonniere den Club der Gestalter in deiner Podcast-App und lass mir gerne eine Bewertung da. Werdet zu Gestaltern – bis nächste Woche!

Transkript anzeigen

00:00:01: Wer bist du eigentlich noch, wenn dir von heute auf morgen genau das genommen wird was dich jahrelang ausgemacht hat?

00:00:07: Wenn der Job für den Du gebrannt hast plötzlich Geschichte ist.

00:00:11: Heute nehme ich Euch mit auf meine ganz persönliche Reise durch mein tiefstes Jammertal und zu der Erkenntnis warum genau dieser Schmerz mein größter Antrieb für den Club der Gestalter geworden ist.

00:00:22: Und damit hallo und herzlich willkommen zu einer ganz besonderen Folge im Club dergestalter.

00:00:27: schön dass Du heute dabei bist.

00:00:29: Wir sprechen hier im Podcast so oft über Team-Entwicklung, über Marketing und über Konflikte im Gesundheitswesen.

00:00:34: Und darüber wie wir aus der Obverhaltung herauskommen.

00:00:37: Aber ich habe in der letzten Zeit gemerkt viele von euch wissen gar nicht genau wer da eigentlich jede Woche zu euch spricht.

00:00:44: Warum brenne ich so für dieses System?

00:00:45: Obwohl Ich die Schattenseiten kenne?

00:00:47: und wie bin ich eigentlich eine Beratung gelandet?

00:00:49: Spoiler das war absolut nicht mein Plan.

00:00:52: Heute erzähle ich Euch meine Geschichte Ohne Filter ohne geschenken Lebenslauf.

00:00:56: Das alles gibt's gleich.

00:00:57: aber jetzt starten wir erstmal so richtig los?

00:01:03: Das haben wir schon immer so gemacht.

00:01:05: Ein Satz, den wirklich jeder im Gesundheitswesen schon mal gehört hat und der nur eins bedeutet – Stillstand!

00:01:11: Aber wir wollen nicht mehr einfach nur funktionieren und Opfer des Systems sein.

00:01:16: Deshalb schmeißen die hier im Klub der Gestalter alte Muster einfach aus dem Fenster.

00:01:21: Hier geht es ums Anpackung, um's verändern für dich dein Team und deine Patienten damit der Job wieder Spaß macht und nicht nur Nerven kostet.

00:01:30: Ich bin Anna de Sapo und nun wünsche dir ganz viel Spaß bei dieser Folge.

00:01:38: Wo beginnt man am besten mit der Reise?

00:01:40: Am besten ganz am Anfang.

00:01:42: zu meiner Kindheit und Jugend ist eigentlich nur zwei prägende Dinge zu erzählen, das eine ist die Tatsache dass ich einen Sprachfehler habe, ich stotterte.

00:01:52: Satzanfänge mit W und M waren für mich die Hölle als Kind.

00:01:56: Man kann sich auch vorstellen es ist nicht immer unbedingt so angenehm in der Schule.

00:02:02: Ich hab mir sprechen wirklich harte arbeiten müssen.

00:02:06: Es klappt heute ganz gut und ich kann halt sehr gut freisprechen, weil ja ich eine gewisse Artentechnik habe Pausenbewusst einsetze usw.

00:02:15: Also da einfach meine Technik für mich entwickelt haben so dass er heut gar nicht mehr zu hören ist.

00:02:22: wenn ich das heute anspreche dann sagen viele was also hätten sie nie gedacht und so.

00:02:26: aber es ist so.

00:02:28: Er lauert noch, aber ich habe ihn im Griff.

00:02:31: Musste mir aber wie gesagt sprechen wirklich sehr hart erarbeiten.

00:02:36: und der zweite prägende Aspekt meiner Kindheit und Jugend war dass Ich bei meinen Großeltern in bäuerlichen Strukturen aufgewachsen bin Und das ist etwas.

00:02:48: da bekommt man eine.

00:02:49: ich weiß gar nicht wie ich das benennen soll Da bekommt man etwas mit.

00:02:55: Ich sag ja immer auf dem Bauernhof wurde der Pragmatismus erfunden würde jeden Tag gelebt Und man bekommt den quasi schon mit der Muttermilch mit.

00:03:04: Das ist etwas, das mich einfach total geprägt hat.

00:03:06: diese Art zu leben.

00:03:08: Diese... wie man Dinge anpackt?

00:03:11: Wie man Dinge zu Ende bringt?

00:03:14: Die Einstellungen zum Leben und das sind alles so Sachen.

00:03:17: Das hat mich sehr gepräght und heute bin ich da auch sehr stolz darauf.

00:03:22: Genau!

00:03:23: Ich weiß dass viele von euch denken meine berufliche Heimat liegt im OP.

00:03:27: Das stimmt nur bedingt, weil davor gab es noch eine weitere Station.

00:03:32: Ich habe dann Abitur gemacht was schon für meine Oma glaube ich ja ganz riesen Ding war.

00:03:40: Habe ich Abiturt gemacht und danach nach dem Abhießen alle irgendwie in die Welt gereist und haben dann irgendwie keine Ahnung Work and Travel in Australien gemacht, haben sich so ein Aus... Ja, so eine Auszeit genommen.

00:03:54: So ein Jahr und ich habe mich in der anderen Welt begeben.

00:03:58: Ich hab mir nämlich... ...ich hab für mich gedacht was ist das Abstrakteste, was ich mir vorstellen kann für mich zu studieren?

00:04:07: Und ich war an der Uni zehnzehntemester eingeschrieben in einer sehr speziellen Studienfachkombination, ich habe nämlich Philosophie und Kunstgeschichte studiert.

00:04:17: Und das rührte wirklich daher, dass ich natürlich das kleine Mädle war, das Haus- und Hof super gut versorgen kann, kochen kann, schlachten kann, Garten machen kann weiß was ich was alles was anfiel.

00:04:28: da war ich geschult und gebriefd Ich hab es mir selber beweisen müssen so und dann habe ich gedacht okay wenn jetzt alle hier in die Weltgeschichte reisen ich reise in eine andere Welt nehme ich in die Geistige und habe mich dann der Uni eingeschrieben.

00:04:44: Habe keinen Abschluss gemacht, hab aber zehn Semester Philosophie- und Kunstgeschichte studiert.

00:04:53: Nach zehn Semestern kam schon irgendwann der Punkt wo ich mir überlegte, da kommt wieder der Pragmatismus durch.

00:04:57: Naja also irgendwann mal muss man in seinem Leben auch mal so einen Plan haben dass sich jetzt dieses Studium Nutze.

00:05:03: für meinen Beruf war für mich damals keine Option weil ich wollte nicht ins Museum.

00:05:09: Also ich wollte auch nicht irgendwie an der Uni hängen bleiben und da berühmte Studenten mit rein für sich Semestern werden, denen es ja in der Philosophie durchaus gibt.

00:05:17: Da ist ja dieses Klischee kommt ja nicht von ungefähr.

00:05:20: Und habe mir dann einfach, hab dann schon irgendwo innerlich so den Drang verspürt dass ich jetzt mal überlegen muss wo das jetzt genau mit meinem Leben hin kommt?

00:05:30: Wenn ich jetzt auf philosophische Art und Weise ausdrücken müsste würde ich sagen meine Fragen waren beantwortet.

00:05:36: Ich hatte es mir selber bewiesen Behauptet an der Uni.

00:05:40: Ich habe viel gelernt und ich weiß, dass das heute immer so sehr kritisch gesehen wird gesellschaftlich wenn ich sage ich bin Studienabrecherin.

00:05:48: So nach dem Motto Das ist ja verschwendete Zeit.

00:05:50: Es war es für mich wirklich zu keinem Zeitpunkt.

00:05:52: also das was ich da gelernt habe.

00:05:56: Wenn dich heut jeden Tag an.

00:05:58: Also für mich ist es auch wirklich so.

00:06:00: das was sich heute macht die Konklusio aus allem was ich jemals in meinem Leben irgendwann gelernt habe und das Studium eine Wundertüte, ein Werkzeugkasten den ich heute immer noch anwende und der heut alles was ich da gelernt habe, Rhetorik, Diskurs, Logik unterschiedliche Herangehensweisen, unterschiedliche Denkweisen also auch dieses einen Denken oder Einfühlen insgegenüber in andere Denkweisen All das was ich dort gelernt habe, im Prinzip ist es heute meine Basis.

00:06:37: Es ist mein Handwerkszeug.

00:06:39: Was anderes mache ich im Prinzip nicht und deswegen bin ich auch so unfassbar dankbar dass ich diesen Weg gewählt habe, auch wenn er noch von außen so unsteht erscheint.

00:06:50: aber für mich geht heute alles auf.

00:06:53: Das hat sich alles ausgezahlt.

00:06:55: Ich kann heute von allen profitieren, von allen Stationen in meinem Leben Und dafür bin ich sehr dankbar.

00:07:01: Nach der Uni ging es aber dann direkt in den OP.

00:07:03: Eigentlich mehr durch Zufall tatsächlich, weil ich eben auf der Suche war nach einer Möglichkeit eine Ausbildung zu machen Geld zu verdienen.

00:07:11: und dann hat irgendwie gemeint da Kumpel von einem Freund von dem Bekannten von einem ihr wisst schon Du geh mal dahin die suchen da Leute so quasi.

00:07:18: Und dann bin ich dahin und dann hatte ich eines ein sehr ein präksames Vorstellungsgespräch mit dem damaligen Chef.

00:07:26: Der war sehr wie soll ich sagen das war ein sehr spezieller Mensch Chirurg, Altersschule.

00:07:34: Ich stand da auf dem Flur und habe auf ihn gewartet.

00:07:37: Dann höre ich so wie es sich von hinten jemand mit Holzsohlen im Staccato-Schritt.

00:07:44: Er stand dann vor mir, er war ein bisschen kleiner als ich, klein und wendig und meinte wer ich sei – wer sind sie?

00:07:51: Auf seine sehr unnachahmliche Art und Weise.

00:07:55: Und dann hab ich ihm erzählt wer ich bin was ich möchte.

00:08:00: Haben sie Abitur?

00:08:01: Ja, ich habe Abitura.

00:08:02: Dann gehen Sie in den OP und dann war ich eingestellt für den OP so.

00:08:06: Also das war wirklich so Hoplauropf!

00:08:09: Und natürlich am Anfang erstmal hier der Peripherie vom OP und da muss man sich erst mal eingewiesen werden und ich hab dann auch noch quasi als Legitimation für das Ganze noch eine Ausbildung gemacht bin dann noch zur Berufsschule.

00:08:25: Aber ja, so bin ich im OP gelandet.

00:08:27: Das war wirklich Zufall und Hoppler-Hop aber es hat gepasst wie der berühmte Deckel auf den Topf.

00:08:36: Für Außenstehende ist der OP oft eine Art Black Box.

00:08:39: Man kannte das nur mal nachvollziehen wenn man's schon erlebt hat.

00:08:43: Aber für mich war einfach mein Element.

00:08:45: Ich arbeite gerne mit den Händen auch nach wie vor noch.

00:08:50: Ich arbeite auch gern mit Menschen im Team zusammen Und das ist ja natürlich schon, der OP ist eine wirklich interessante Schnittstelle weil da einfach so viele Berufsgruppen aufeinander treffen die natürlich wie Zahnrädchen ineinander gut funktionieren müssen damit die OP gut verläuft.

00:09:08: Man braucht ja sechs Personen um eine Person im Prinzip zu operieren.

00:09:13: bei kleinen OPs wenn jetzt keine Assistenten zu nöten ist reichen auch mal fünf.

00:09:16: aber so im Regelfall sind OP Teams in sechs Leute aus wie Berufsgruppen, vier fast.

00:09:24: Also wir haben natürlich die OP-Pflege, die instrumentierende Kraft der oder die Springerin.

00:09:35: Die zweite Gruppe ist die Anesthesie mit dem Anesthisie Arzt oder Ärztin und eben der Anesthésipflegefachkraft Und wir haben dann natürlich die Personen, die am Tisch stehen.

00:09:43: also spricht der Operateur Der Assistent.

00:09:46: Und das ist natürlich schon... Das ist einfach sehr spannend, weil man auch sehr wenig Raum hat.

00:09:51: Also es ist natürlich auch so vom Zwischenmenschlichen her.

00:09:54: Man kann sich schlecht aus dem Weg gehen, weil, ne?

00:09:57: So geht halt einfach schlecht und das hat mich einfach fasziniert.

00:10:02: der menschliche Körper auch heute noch.

00:10:04: also wenn wir heute noch Schnitte haben die jetzt vielleicht nicht jeden Tag vorkommen Es ist einfach immer wieder faszinerend.

00:10:14: Tolles Gefühl, wenn die Operation so richtig gut gelaufen ist.

00:10:17: Also wenn man so merkt das sitzt jetzt wie eine Eins.

00:10:21: Natürlich hat jeder immer den Anspruch ein gutes Ergebnis zu liefern.

00:10:23: aber weiß ich nicht... Das Gelenk oder wie auch immer hat im Vorfeld einfach so schlimm ausgesehen und dann sitzt die Prothese wie eine eins?

00:10:33: Oder ist... Die Osteosynthese hat gut funktioniert und es sitzt einfach alles super!

00:10:38: Und das ist einfach so ein erhabenes Gefühl.

00:10:40: Das kann ich gar nicht in Worte fassen.

00:10:43: Und ja, das habe ich einfach geliebt und ich hab gedacht, ich mach' es bis zur Rente.

00:10:51: Wie gesagt, ich kannte das System inundauswendig.

00:10:53: also wenn man mich nachts irgendwie um zwei geweckt hat dann ging das... Ich muss da nicht lange nachdenken, das ist einfach ne?

00:11:03: Ich kannte den Druck die Schichtdienste!

00:11:05: Ich liebe es ja Nachts im OP zu sein oder Nachts in der Klinik zu sein.

00:11:08: Ich kenne aber auch die schlechten Rahmenbedingungen.

00:11:11: Aber einfach dieses ganze Paket, ich habe es geliebt und ich war unfassbar stolz darauf OP-Schwestern zu sein.

00:11:16: Also das war ein riesiger Teil meiner Identität und mir wurde auch wirklich sehr viel Respekt dafür entgegen gebratht.

00:11:22: Wenn ich erzählte was ich beruflich mache dass ich im OP bin ach was ja also das könnte ich ja nie und so.

00:11:29: also ich war einfach unfassbare stolz drauf.

00:11:32: Ja und dann kam eben der Tag der Tage der alles verändert hat Der Tag an dem mein Körper zu mir gesagt hat, nee jetzt reicht's.

00:11:43: Ja also kann man sich gar nicht vorstellen was das für Schmerzen sind.

00:11:48: ein Bandscheibenvorfall.

00:11:49: ich hatte einen sequestrierten Bandschreibenvorfall.

00:11:52: der Sequester ist abgerutscht im Spinalkanal.

00:11:55: Ich konnte glaube ich zwei Meter laufen und hatte dann ist mein linkes Bein eingeklappt den Schweizer Taschenmesser Mit sechs und zwanzig, es war natürlich auch überhaupt kein Alter.

00:12:08: Deswegen haben sich... ...war's aber erst nicht klar?

00:12:12: operieren, nicht operieren irgendwie so richtig ran hat sich keiner getraut.

00:12:16: ich war einfach auch nur unfassbar jung.

00:12:20: Es ist einfach so dass die Arbeit im OP halt auch wirklich eine körperliche Arbeit ist.

00:12:23: Und wer jeder dann mal ein schweres Instrumenten Sieb aus dem Schrank gewuchtet hat oder Mal die zweite Assistenz von der Hüftapp gemacht hat Eine dreiviertel Stunde irgendwie so einen Bein zu heben Das ist einfach körperlich sehr, sehr anstrengend und der Körper muss da wirklich einiges leisten.

00:12:39: Und ja... Dann kam der Tag der Tage und ich bekam diese Diagnose und es war schrecklich!

00:12:46: Es war wirklich schlimm!

00:12:49: Kein sanfter Übergang, das war ein kompletter Crash!

00:12:52: Ich bin in absolutes... Loch gefallen, so ein richtiges Jammertal.

00:12:56: Ich saß da und mich selber bemitleidete und hab gedacht das ist so unfassbar ungerecht!

00:13:02: Ich wusste nicht wer ich jetzt noch bin was ich jetzt machen soll wenn ich nicht mehr am Tisch stehen kann.

00:13:07: Ich war total des Opfer.

00:13:09: Ich habe so sehr mit dem Schicksal gehadert und mit meinem Körper und mit dem System Und ja...ich habe mich einfach so richtig nutzlos gefühlt.

00:13:19: Man fällt aus.

00:13:20: Das Rad hinter der Klinik dreht sich einfach weiter, als wäre man nie da gewesen und ich sitze in meinem Loch und wusste überhaupt nicht mehr was ich tun soll.

00:13:31: also es war wirklich schlimm und habe mich dann auch zur OP entschieden, habe einen guten Operateur gefunden und ich wusste auch ich gehe dahin und ich lasse das jetzt machen und das war dann irgendwann so meine Einstellung.

00:13:43: Ich wollte ja schon wieder zurück an den Tisch Und nach der OP war es auch dann wirklich umgehend besser.

00:13:54: Es gibt allerdings auch heute noch, nach der ganzen Zeit, ich glaube das war zwei Tausend... Lass mich kurz überlegen, zwei tausend neun.

00:14:06: Gibt es immer noch nach der langen Zeit etwas, dass mein Rücken nach wie vor nicht mag und es ist statisches Stehen leicht nach vorne gebeugt?

00:14:14: Mag er halt nicht!

00:14:16: Ich mache ja heute wieder so ein, zwei kleine Dienstchen.

00:14:18: Weil ich einfach so eine große OP-Vermissung hatte und kann das auch gut ausgleichen weil ich einfach eine gut trainierte Kornmuskulatur habe und insgesamt dreimal die Woche Krafttraining mach.

00:14:28: Kann nicht es schon ausgreichen?

00:14:31: Wenn ich ab und zu mal einen Dienst mache?

00:14:32: wenn ich jetzt täglich machen würde wahrscheinlich auch nicht mehr.

00:14:36: aber Ja genau!

00:14:38: Das war der Crash.

00:14:39: Das war das absolute Loch des erstmal meiner OP Liebe ein Ende gesetzt hat.

00:14:50: Nach der OP kam dann relativ schnell die beiden Kinder und nach den Kindern habe ich die Klinik gewechselt, hab es noch mal versucht.

00:14:57: Ich hatte auch eine wirklich gute Stelle.

00:14:58: Es war eine kleine Teilzeitstelle Und ich war nur vormittags da für Assistenzen zweite Assistenz für die Endoprothetik.

00:15:06: Das ist eigentlich für ne OP Schwester Eigentlich so ne super Chance, super Angebot gerade wenn man so kleine Kinder hat wie ich damals.

00:15:18: Aber selbst da nur ein paar Stunden am Tag, der Rücken hat einfach nicht mitgespielt.

00:15:24: Also es war auch dann irgendwann wieder... dass ich wieder an den Punkt kam, dass sich das einfach nicht bis zu meinem Lebensende machen kann und hatte es dann nochmal probiert.

00:15:37: aber wie gesagt die Entscheidung war dann so und ja ich hab dann irgendwann für mich überlegen müssen was kommt denn jetzt?

00:15:46: Und dann bin ich eben durch die Klinik gelaufen ... so eine Tafel, wo die internen Stellenausschreibungen platziert wurden.

00:15:54: Und da gab es... Da hing eben eine gesucht Mitarbeiterin fürs Marketing.

00:16:01: und dann dachte ich mir naja gut okay also sprechen kann ich, schreiben konnte ich auch ganz gut Gott sei Dank Studium hat mich wirklich einiges gelehrt.

00:16:09: und dann dacht sie mir na ja gut suches halt!

00:16:11: Und bin dann quasi in der Klinikverwaltung gelandet.

00:16:14: und das muss man einfach sagen im Vergleich zur Pflege ist es halt einfach komplett eine komplett andere Welt.

00:16:22: Ich schaue heute auch in Dankbarkeit zurück, weil ich damals wie gesagt einen Arbeitgeber hatte der mich sehr unterstützt hat, der mich super aufgebaut hat und mir ganz viel Weiterbildungsmöglichkeiten ermöglicht hat.

00:16:35: Und ich konnte mich da wirklich in diese neue Materie einarbeiten.

00:16:40: In meinem Tempo wurde unterstützt so gut es ging und konnte da wirklich viel lernen.

00:16:46: aber Man hat es immer wieder gemerkt, dass ich einfach aus der Pflege komme und auch für meine Kollegen immer gesprochen habe.

00:16:53: Und nicht für irgendwelche Zahlen oder sonst irgendwas sondern ich wollte... Ich war immer Teampflege, immer!

00:17:00: Das war ich auch als ich in der Krankenhausverwaltung gearbeitet hab.

00:17:03: Und das war natürlich manchmal schon ein bisschen schwierig weil da sind dann auf zwei Welten aufeinandergeprallt.

00:17:09: aber ich habe dann da meinen Platz gefunden dann auch irgendwann gemerkt und das war so der Punkt an dem ich mich mit dem ganzen versöhnen konnte, dass sich mein geliebten OP hinter mir lassen musste.

00:17:19: Ich habe irgendwann gemerkt, kann nicht mehr am Tisch stehen und bin nicht mehr in Anführungszeichen Pflegefront aber ich kann trotzdem im Hintergrund für meine Kollegen unten am Patienten arbeiten und das wurde dann irgendwann zu meiner Mission.

00:17:39: Also ich habe einfach gemerkt, wir haben dann ja auch viel mit externen Agenturen zu tun gehabt.

00:17:43: Und natürlich hatten auch wir das Thema Fachkräftemangel auf dem Tisch und so, haben uns an externe Agenturen gewandt.

00:17:51: Ich hab mir das immer alles angehört was die da erzählt haben... Das hat überhaupt nichts mit der Realität für meinen Kollegen zu tun!

00:18:00: Die sprechen überhaupt nicht unsere Sprache.

00:18:02: aber klar wie sollen sie auch?

00:18:05: Agenturen, ich will jetzt kein Agentur-Bashing verkaufen.

00:18:08: Die haben ihre Daseinsberechtigung und auch ich arbeite heute noch manchmal mit Agenturen zusammen.

00:18:15: Die bieten einfach skalierte Produkte an die haben eine ganz andere Kalkulation.

00:18:20: Die müssen natürlich auch in Riesen... Agenturen sind ja oft nicht nur zwei drei Mann sondern sind ja einfach größere Organisationen, die müssen unterhalten werden.

00:18:28: also sie müssen schon ein monatliches Outcome haben.

00:18:31: aber Ich für mich, ich habe die Angebote angeschaut und mir überlegt das passt überhaupt nicht zu dem was wir brauchen.

00:18:43: Die Menschen in den Agenturen, die sprechen überhaupt nicht unsere Sprache.

00:18:46: Weil sie ja noch nie in diesem System gearbeitet haben.

00:18:48: Sie wissen doch gar nicht wie es ist wenn die Sprechstunde voll ist und der mozzende Patient an der Rezeption steht oder was ein Patient braucht, der wirklich verängstigt ist weil er jetzt sich operieren lassen muss einen Unfall hat oder sonst irgendwas Wie so ein Patienten Gespräch eigentlich funktioniert.

00:19:08: Die wissen das nicht, wie es ist in einem System zu arbeiten mit so schlechten Rahmenbedingungen.

00:19:13: Und wenn du keine Empathie dafür hast, wenn du das noch nicht erlebt hast dann kannst du natürlich auch nicht im Produkt gestalten, dass hundertprozentig dazu passt.

00:19:24: Man kann natürlich auf Klischees zurückgreifen und man kann dieses allgemeine bla bla bla machen und das ist ja vollkommen in Ordnung!

00:19:29: Wie gesagt die Agenturen haben schon auch ihre Legitimation.

00:19:32: ich will da jetzt nicht... Gott es will nicht schlecht reden aber In den meisten Fällen hat es einfach wirklich nicht gepasst.

00:19:40: Und daraus aus diesen ganzen Erfahrungen im Klinikmarkt ist meine Mission erwachsen, ich möchte mit meiner Arbeit, mit guter Kommunikation die Arbeit meiner Kollegen erleichtern.

00:19:54: Also für mich ist ja auch Kommunikations zum Beispiel ein Thema wo man sehr gut auf die Prozesse schauen kann also wenn ich weiß was ich in Behandlungsprozess nach außen kommunizieren möchte muss ich mir dann erstmal anschauen Ich fange an zu analysieren und dann merk ich eben, wo die Schwachstellen sind.

00:20:13: Also wenn ich es mal aus Perspektive des Patienten anschaue, merke ich wo die schwach Stellen sind und fang natürlich automatisch an so optimieren.

00:20:19: Und das war für mich dieses Heureka, wo ich gedacht habe jetzt gehts auf!

00:20:29: Jetzt wird's zinnig... Und wo ich auch so diese Trauer um meinen verlorenen Lieblingsherzensstopp hinter mir lassen konnte.

00:20:38: Weil ich gedacht habe, das ist eine Stelle, wo ich trotz allem für meine Kollegen wirksam sein kann und da Kommunikation schon immer mein Thema war weil ich mir ja eben sprechen auch schon von Null auf selber beibringen musste quasi oder mich damit auseinandersetzen musste hat es dann alles plötzlich Sinn gemacht die ganze Reise.

00:21:01: Und dann war so meine Mission geboren.

00:21:03: Dann dachte ich mir, das ist was, womit?

00:21:05: damit kann ich mich hundertprozentig wieder identifizieren?

00:21:08: Da fühle ich mich auch wirksam!

00:21:09: Ich weiß wie Teams funktionieren müssen.

00:21:12: Ich weiß, was es heißt Teamarbeit zu leisten.

00:21:17: Ich kenne das System und dann war meine Mission geworden.

00:21:22: Ja und irgendwann habe ich dann für mich festgestellt, ich möchte eigentlich diese Klinikstrukturen, die Klinikerwaltung Das ist natürlich auch nochmal eine ganz eigene Art zu arbeiten und ich habe für mich dann einfach beschlossen, dass sich freier arbeiten möchte.

00:21:36: Dass ich direkt mit Entscheidern zusammenarbeiten möchte und hab' mich dann selbstständig gemacht.

00:21:40: Genau!

00:21:41: Und bringe heute im Prinzip alle meine Erfahrungen ein.

00:21:45: Ich sorge dafür, dass die Teams gut arbeiten in den Praxen – das isst einfach die beste Werbung.

00:21:50: Ein gutes Team IST DIE Beste Werbung!

00:21:52: Ganz ehrlich, ne Praxis, die ein gutes Team hat braucht kein Marketing.

00:21:54: Ich tue mich ja immer aus so n bisschen schwer mit dem Begriff Marketing und Gesundheitsbesen... wenig verloren, weil mit Marketing verbindet man immer was Marktschreierisches.

00:22:03: Große Glitzer in der Kampagnen... Wir machen Grundlagenarbeit!

00:22:06: Wir gucken dass das Team gut aufgestellt ist, dass eine gute Atmosphäre herrscht in den Praxen, dass die Prozesse glatt gezogen sind, dass sich die Patienten wohlfühlen, dass alle sich wohlfüllen in der Praxis und einfach eine gute atmosphere herrschen.

00:22:19: Das ist meine Erkenntnis nach zwanzig Jahren Gesundheitswesen.

00:22:23: Das Wichtigste.

00:22:26: und wenn man dann nochmal unterstützen kann, punktuell und wirklich individuell abgestimmt.

00:22:31: Dann baue ich auch eine Webseite oder mache eine Kampagne oder was auch immer.

00:22:35: aber es muss dann wirklich passen und erst schaffen wir die guten Grundlagen.

00:22:39: Wir können uns ums Team dass meine Kollegen gut arbeiten können.

00:22:42: Die Zusammenarbeit Spaß macht wie gesagt und ja sich das dann einfach von selber nach außen weiter trägt.

00:22:48: Das ist so mein Konzept nachdem ich arbeite Erfahrung im Gesundheitswesen.

00:22:57: Ja, das war sie!

00:22:58: Meine kleine Heldenreise vom OP-Tisch ins Yamatal und wieder heraus in die Sichtbarkeit.

00:23:04: Es hat mich echt ein bisschen Überwindung gekostet heute so offen zu teilen weil ja meine Vita jetzt nicht unbedingt so ganz geradlinig ist.

00:23:12: aber ich glaube echte Veränderungen fängt immer mit Ehrlichkeit an.

00:23:17: Und jetzt würde mich interessieren Hattet ihr auch schon mal so einen richtigen Wendepunkt in eurer beruflichen Laufbahn, ein Moment der alles verändert hat?

00:23:26: Schreibt mir das wirklich gerne auf Instagram oder LinkedIn.

00:23:29: Ich lese garantiert jede Nachricht und würde mich freuen wenn wir darüber ins Gespräch kommen.

00:23:33: und ja, denkt immer daran werde zu gestalten!

00:23:38: Ich würde uns mich freuen, wenn wir uns nächste Woche wieder hören.

00:23:41: ich freue mich auf euch.

00:23:42: bis dahin sage ich jetzt einfach mal tschau.

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.