[Interview] Raus aus der Opferhaltung!
Shownotes
**"Pflege ist so viel mehr, als nur die Pinzette anzureichen!“ **– Genau mit diesem Mindset geht mein heutiger Gast Martin Willmann voran. Seit über 14 Jahren ist er als Operationstechnischer Assistent (OTA) im OP tätig und weiß aus eigener Erfahrung, wie schnell man im Klinikalltag in Frust und Resignation abrutschen kann. Doch statt zu meckern, hat er sich entschieden, laut zu werden.
Ein riesiger Schritt aus dieser Ohnmacht heraus ist sein eigener Podcast "Stille Alltagshelden". Wir sprechen heute ausführlich darüber, warum er dieses Herzensprojekt gestartet hat: Er möchte den Menschen im Gesundheitswesen endlich ein echtes Gesicht und eine ungefilterte Bühne geben. Wir diskutieren, warum das Teilen von echten Erfahrungen aus dem Klinikalltag so enorm wichtig ist und wie sein Podcast dabei hilft, eine neue Perspektive einzunehmen.
Es geht ans Eingemachte: Warum es nichts bringt, darauf zu warten, dass die Politik das System repariert, und wie wir stattdessen selbst die Verantwortung für unsere Arbeitsbedingungen übernehmen müssen.
Das nimmst du aus dieser Episode mit:
Die Vision hinter "Stille Alltagshelden": Warum Martin das Mikrofon in die Hand genommen hat.
Wie sein Podcast-Projekt dabei hilft, Pflegekräften und OP-Personal endlich die verdiente Sichtbarkeit zu geben.
Warum die „Das haben wir schon immer so gemacht“-Mentalität unser größter Feind ist.
Wie du den Mut findest, aus der Mecker-Ecke herauszutreten und deine Laufbahn selbst zu gestalten.
Alle Links zu Martin Willmann:
Hört unbedingt in Martins Podcast rein: Stille Alltagshelden
Vernetzt euch mit Martin: Martin Willmann auf LinkedIn
Lass uns gemeinsam gestalten! Wenn dir diese Folge den nötigen Mut gegeben hat, für dich selbst loszugehen, dann teile sie unbedingt mit einer Kollegin oder einem Kollegen in deinem Team, die diese Motivation heute brauchen können! An welcher Stelle in deinem Arbeitsalltag hast du dich schon mal erfolgreich gegen den Stillstand gewehrt? Schreib mir gerne!
Hier findest du mich & den Club der Gestalter:
🌐 Website: www.annetteszabo.de/
📸 Instagram: @annette.szabo
💼 LinkedIn: Annette Szabó
Abonniere den Podcast und lass mir gerne eine Bewertung da, wenn dir die Folge gefallen hat!
Transkript anzeigen
00:00:00: Damit möchte ich einfach zeigen, dass Pflege halt nicht nur wie sagte die eine so schön der Urin-Kelner ist oder diejenige, die die Pinzette anreicht sondern das Menschen sind.
00:00:09: Die haben drei Jahre lang in der Regel einen harten Job gelernt.
00:00:13: Sie haben jeden Tag harte Arbeitsbedingungen und trotzdem machen sie das was sie machen gerne weil sie einfach wissen, dass sie damit in der Welt etwas bewirken.
00:00:20: Und darum geht es mir, dass diese Geschichten erzählt werden und Pflege egal im welchen Bereich ein Gesicht bekommt.
00:00:27: Pflege ist so viel mehr als nur die Pinzette anzureichen.
00:00:30: Genau das ist die klare Botschaft meines heutigen Gastes!
00:00:33: In der neuen Folge vom Club der Gestalter spreche ich mit Martin Willmann, er arbeitet seit vielen Jahren als OTA im OP und hat vor kurzem einen eigenen Podcast gestartet um den Menschen im Gesundheitswesen und ihren Geschichten endlich eine echte Bühne zu geben.
00:00:46: In dieser Folge sprechen wir darüber, wie wichtig es ist aus der Opferhaltung rein in die Eigenverantwortung zu kommen.
00:00:52: Wir diskutieren darüber warum es sich lohnt Motik für die eigenen Arbeitsbedingungen einzustehen und weshalb wir nicht darauf warten dürfen dass die Politik das System repariert.
00:01:01: Das alles gibt's gleich aber jetzt starten wir erstmal so richtig los!
00:01:17: Aber wir wollen nicht mehr einfach nur funktionieren und Opfer des Systems sein.
00:01:21: Deshalb schmeißen die hier im Klub der Gestalter alte Muster einfach aus dem Fenster.
00:01:27: Hier geht es ums Anpack, um's verändern für dich dein Team und deine Patienten damit der Job wieder Spaß macht und nicht nur Nerven kostet.
00:01:35: Ich bin Annette Sabo Und nun wünsche ich dir ganz viel Spass bei dieser Folge.
00:01:43: Hallo Martin!
00:01:44: Ich grüße Dich schön dass du dir heute Zeit genommen hast für unser Gespräch.
00:01:49: Hallo Annette, vielen Dank, dass ich da sein darf.
00:01:51: Hi!
00:01:53: Ich bin über dich gestolpert bei LinkedIn tatsächlich weil du dort Promo gemacht hast für deinen Podcast und mich hat die Idee für dein Podcast total gecached von Anfang an.
00:02:05: und ja, ich glaube wir starten einfach so indem du dich einfach mal vielleicht kurz vorstellen
00:02:09: magst.
00:02:11: Sehr gerne also.
00:02:12: ich bin Martin, bin einundvierzig Jahre alt, bin gelernte operationstechnischer Assistent alte OP-Fleger, wie es so schön damals hieß.
00:02:21: Arbeite jetzt schon seit Jahrzehntausendzehn aus gelernt in dem Bereich auch weiter.
00:02:26: Genau und ich habe letztes Jahr die Idee gehabt einen Podcast ins Leben zu rufen, indem Menschen aus der Pflege eine Bühne bekommen.
00:02:34: Egal ob Pflege im Krankenhaus, ambulante Pflege, Intensivpflege, Rettungssanitäter, Krankenschwester, OP, alles ist sie.
00:02:43: Jeder ist willkommen und darf seine Geschichte bei mir erzählen.
00:02:48: Zwei eineinhalb Wochen ging der Podcast dann endlich an den Start.
00:02:52: Ja, ich sehe schon!
00:02:52: Wir haben vielmehr auch sofort, dass wir sehr viele Schnittstellen haben.
00:02:55: also erst mal OP natürlich ja und da natürlich die gleiche Zielgruppe Menschen aus dem Gesundheitswesen, die in diesem Bereich arbeiten.
00:03:03: was mich auch total angesprochen hat war das du in deiner Beschreibung beschrieben hast es dir nicht darum geht das System zu basten weil das System einfach ist wie's ist sondern was genau möchtest Du mit deinem Podcast erreichen?
00:03:17: Das ist mir ganz wichtig.
00:03:17: Meine Folgen sind alle positiv, da wird nicht auf dem Gesundheitssystem drauf rumgehackt weil das es nicht gut ist, das wissen wir alle.
00:03:24: Alle die da arbeiten und die da drin nicht arbeiten wissen das auch.
00:03:28: Deswegen geht's mir darum dass diese Menschen die sich jeden Tag ich nenne jetzt mal übertrieben so ein bisschen Aufopfern für andere Menschen die hilfsbedürftig sind, dass sie eine mehr oder weniger anonyme Umgebung kriegen wo sie zwar ihren Vornamen nennen aber das ist auch alles wo Sie erzählen können.
00:03:44: Welchen Weg sind Sie gegangen, um dahin zu kommen wo sie jetzt sind?
00:03:48: Was sind deren tägliche Herausforderungen?
00:03:51: nicht nur beruflich sondern mit welchen privaten Schicksalsschlägen kämpfen Sie auch vielleicht oder haben mit denen gekämpft und arbeiten trotzdem weiter.
00:03:59: Und damit möchte ich einfach zeigen dass Pflege halt nicht nur wie gesagt die eine so schön der Urinkellner ist ne oder diejenige die Pinzette anreicht Sondern das Menschen sind.
00:04:09: die haben drei Jahre lang in der Regel einen harten Job gelernt harte Arbeitsbedingungen und trotzdem machen sie das, was die machen gerne weil Sie einfach wissen dass sie damit in der Welt etwas bewirken.
00:04:20: Und darum geht es mir, dass diese Geschichten erzählt werden und Pflege egal im welchen Bereich ein Gesicht bekommt.
00:04:27: Ihr Arbeit darf man ja nicht und nicht unterschätzen.
00:04:29: Nicht nur die Arbeit ist anstrengend in diesem Bereich sondern eben auch Dass die Menschen ja oft dann auch ihr eigenes Päckchen noch mitbringt, dass es on top kommt.
00:04:36: also Es ist ja nicht nur die Arbeiten für sich Sondern den menschen macht er noch viel viel mehr aus.
00:04:40: und du hast zum Beispiel eine Geschichte von einer ... eingewandert ist aus, ich glaube Dönäschen oder genau?
00:04:47: Vietnam.
00:04:48: Ach Vietnam entschuldigung!
00:04:49: Genau und das ist ja noch mal ein ganz anderes Päckchen, dass sie zu tragen hat... ...und dann trotzdem ihren Job jeden Tag macht wie du sagst der.
00:04:56: Genau und es ist natürlich schön,... ...dass es diese Plattform gibt.
00:05:02: Wie ist diese Idee für dich entstanden?
00:05:04: Also du bist ja nicht morgens aufgestanden und hast gesagt heute mal hier jetzt mal im Podcast sondern was waren deine Gedanken dazu?
00:05:10: Was hat dich bewegt die Arbeit auf
00:05:12: dich zu nehmen?
00:05:15: Also in meinem Kopf sind immer ganz viele Ideen, wie ich irgendwas anfangen könnte.
00:05:19: Was mich persönlich irgendwie weiterbringt aber auch anderen hilft.
00:05:24: Gerade also für mein Beruf, das Bild was die Menschen so von der Pflege haben.
00:05:30: und der erste Schritt war halt letztes Jahr dass ich auf LinkedIn für mich persönlich angefangen habe meinen Beruf auch ein bisschen zu zeigen und mich zu zeigen.
00:05:37: davor hatte ich natürlich auch sehr lange sehr viel Angst.
00:05:39: was sagen andere dazu?
00:05:40: Ich bin dann mit Arbeitskollegen vernetzt Das spricht sich denn irgendwie rum guckt der Arbeitgeber vielleicht dann auch da drauf und sagt, das finde ich gar nicht so gut was er jetzt macht.
00:05:50: Und sein Gesicht zeigt weil ich durchaus auch kritisch mich gerne mal äußere, weil nicht alles schön ist und dass darf auch angesprochen werden finde ich.
00:05:59: Es war so der erste Schritt und nachdem ich gemerkt habe ach guck mal bis jetzt ist ja gar nichts Negatives passiert sondern nur Gutes bin ich halt diesen Schritt weiter gegangen
00:06:08: und
00:06:09: Ich wollte schon immer So ein Podcast mal irgendwie starten weil ich höre auch gerne Podcasts von anderen aus unterschiedlichsten Bereichen und ich wusste aber auch nie sowas, was ich erzählen sollte.
00:06:23: Und nachdem ich dann irgendwie festgestellt habe dass ich ganz oft meinen Job erklären muss wenn nicht auf Veranstaltungen oder Partys treffen mit Freunden und so weiter bin weil mit der Bezeichnung OTA kann kein Mensch etwas anfangen diese drei Buchstaben danach.
00:06:39: bin ich denn immer ein Arzt wenn ich das erkläre weil dieses operationstechnisch anscheinend die Leute zu sagen oh da muss Arzt sein.
00:06:47: Und wenn ich dann sage, nee das bin ich aber nicht.
00:06:48: Ich bin in der Pflege eingestuft.
00:06:50: Dann bin ich ach der, der die Pinzette anreicht.
00:06:53: Und mehr ist es
00:06:54: nicht.
00:06:54: ne?
00:06:54: Genau und mehr ist nichts nicht!
00:06:55: Das hat mich schon ganz lange gestört.
00:06:58: Du bist stolz auf dich auch.
00:06:59: Ja natürlich.
00:07:01: Ja alles gut.
00:07:02: Genau das hat mich gestört.
00:07:03: und da ich jetzt nicht nur eine Podcast-Folge drehen kann über mich, indem ich mich sozusagen darüber aufrege dass das nicht so ist und meinen Job erkläre habe ich halt ein Konzept gesucht was mir als eine Folge haben kann.
00:07:16: Und da kam mir die Idee, dass ich halt diesen ganzen Pflegemenschen eine Bühne geben kann.
00:07:20: Weil auch in meiner Laufzeit gemerkt habe... Ich arbeite ja im OP und also auf Station ist sie überall gleiche.
00:07:26: Das sind ja überwiegend Frauen.
00:07:28: Naja, ich glaube es sind nagemicht nicht fest aber ich glaube das sind achtzig Prozent Frauen, zwanzig Prozent Männer an diesem Bereich und viele von diesen Frauen, die ich kennengelernt habe, die machen ihre Arbeit und die opfern sich wirklich auf und sind dafür dankbar, dass sie irgendwie Geld verdienen und eine Arbeit haben Und die lassen leider alles mit sich machen.
00:07:49: Das finde ich nicht gut, weil das ist auch dieses System, dass baut so ein bisschen darauf auf, dass jeden Tag einer aufsteht und sich aufopfert.
00:07:56: Ich sage jetzt mal ganz provokativ gesagt, die, die oben sind, sie wissen das und nutzen es aus.
00:08:02: Das find ich nicht good!
00:08:05: Wenn jetzt das Bild der Pflege relativ schlecht ist in der Gesellschaft und nicht die Anerkennung bekommt, die es bekommen müsste und diese Menschen sich auch noch jeden Tag aufopfern, dann wird sich einfach nie irgendwas ändern.
00:08:18: Und da ich jetzt nicht die Macht habe zu sagen, die da oben ihr müsst euch jetzt ändern.
00:08:23: Da hab' ich unten angefangen und hab mir gedacht wenn ich diesen ganzen... Ich nenne sie jetzt mal kleinen Mäuschen ohne das Abwerten zu meinen Wenn die bereit sind anonym oder relativ anonym eine Geschichte zu erzählen ihren Weg Dann kriegt es vielleicht in der Gesellschaft irgendwann den Platz den es hat und wenn es dem Platz hat ändert sich vielleicht oben was.
00:08:41: und so ist das Ganze dann entstanden.
00:08:44: Ist es schon auch dein Eindruck, dass ich fasse jetzt einfach mal diese ganzen Menschen die in diesem Gesundheitswesen arbeiten?
00:08:49: Ich fasse das jetzt einfach unter dem Begriff Pflege zusammen.
00:08:52: Ich meine damit auch die MFAS... Also an jeder Stelle, ich sag' jetzt einfach einmal, damit's mir kürzer über die Lippen geht, einfach fass ich das als Pflege zusamm... Würdest du schon etwas sagen, dass die Pflege mehr für sich selber tun könnte?
00:09:10: Also hast du manchmal
00:09:10: auch das Gefühl,
00:09:12: ich sage das jetzt mal ganz provokant, oder das Großteile der Pflege in so einer Opferhaltung verharrt, sich quasi diesen schlechten Rahmenbedingungen ergeben hat.
00:09:23: Sie ist ja auch jeden Tag nur noch erzählt und berichtet bekommen wie schlimm alles ist im Gesundheitswesen.
00:09:29: Glaubst du auch dass da Ressourcen versteckt sind?
00:09:31: Dass die Pflege wenn sie mehr für sich selber einsteht... ich sage jetzt mal vielleicht wieder mehr Berufsstolz entwickelt, dass sie mehr dafür selbst tun könnte für ihre Wahrnehmung Oder dafür, wie es sie wahrgenommen
00:09:45: wird in der Öffentlichkeit?
00:09:47: Ich würde das könnte streichen und durch Muss ersetzen.
00:09:53: Weil sonst ändert sich nichts!
00:09:54: Und wir haben's in Corona alle gesehen.
00:09:55: da wurde geklatscht und wir haben uns aufgeopfert die Leute auf Intensiv- und Station noch viel mehr als ich sowohl was die Gefahr angeht sich selbst anzustecken und im schlimmsten Fall schwer zu erkranken.
00:10:09: Da wurde geklatscht und einmal oder vielleicht auch zweimal so ein bisschen Geld an alle verteilt, per Gießkern-Prinzip was nicht viel war.
00:10:17: Ich weiß nicht ob die letzte Milliarde jemals ausgeschüttet wurde.
00:10:20: ich habe davon nichts abbekommen.
00:10:22: So viel dazu.
00:10:24: Und jetzt haben wir irgendwie ein zwei Jahre Corona hinter uns gebracht und es hat sich original gar nix geändert außer die die krank geworden sind gestorben sind oder das System verlassen haben jetzt auch noch fehlen.
00:10:36: Also eigentlich geht's der Pflege schlechter als vor Corona Und geändert hat sich original gar nix.
00:10:43: Und daran siehst du ja, wie sehr das von oben gewollt ist, dass sich was ändert?
00:10:48: Ob es gewolltes weiß nicht, aber es wird auf jeden Fall ausgenutzt!
00:10:51: Das glaube ich so... Ich sage jetzt mal, dass aus der Pflege selber nichts
00:10:56: kommt
00:10:57: also eben wie es vorhin meinte, dass die Pflege nicht für sich einsteht und Gestaltungsmöglichkeiten, die jeder für sich hat einfach für sich nutzt.
00:11:07: Also ich meine es muss ja nicht das Ziel sein dass man dann die Pflege verlässt aus lauter Frust und Resignation sondern da kann ja indem er für sich selber einsteht wie gesagt den gestaltungsfreiheit nutzen die es gibt ist für sich auch zum besseren gestalten in seinem Umfeld.
00:11:23: wenn ja jeder mal damit anfangen würde Sag ich jetzt mal, dann würde ja so eine Art Welle entstehen.
00:11:29: Und dann würde es glaube ich der Pflege insgesamt schon besser gehen.
00:11:31: aber... Ich sehe halt eben ganz oft das muss sich so ergibt in diese Situation und ach's ist ja alles so schlimm!
00:11:39: Wir brauchen gar nicht drüber reden dass die Rahmenbedingungen schlecht sind.
00:11:44: Das weißt du, das weiß ich.
00:11:45: wir haben alle schon da gearbeitet.
00:11:47: Haben sie alle schon gespürt am eigenen Leib?
00:11:49: Aber es nützt ja nichts.
00:11:51: Wir können ja nicht hinsetzen und warten, dass die Politik irgendwas für uns zum Besseren verändert.
00:11:56: Sondern es liegt an uns.
00:11:59: Definitiv!
00:12:01: Kannst du das mit deiner eigenen Biografie unterstreichen?
00:12:05: War dein Weg immer Kerzen geradeaus im Gesundheitswesen oder hast du auch einige Wendungen um Wege zu gehen müssen?
00:12:16: Also ich glaube er war relativ grade aus.
00:12:20: Ich hab von sieben bis zweitausendzehn gelernt.
00:12:24: Ich habe den Praxisanleiterschein noch draufgelegt.
00:12:30: Man musste zwei Jahre Berufserfahrung haben, um Praxisanleiter werden zu dürfen.
00:12:33: war ab im Jahr zwölf dann bei meinem damaligen Arbeitgeber als Praxasanleiterheit in der Unfallchirurgie Orthopädität.
00:12:42: Ich habe die Schüler und neuen Kollegen ausgebildet und angelernt.
00:12:47: Jetzt muss ich schlügen.
00:12:47: Ich glaube, vielleicht war es auch im Jahr Wenn ich Fachbereichsleitungen geworden, als die damalige Fachbereißleitung in Rente ging.
00:12:57: Mit einer Kollegin zusammen habe ich mir die Stelle dann geteilt.
00:13:00: Alles beim gleichen Arbeitgeber.
00:13:02: Bin dann im Jahr zwei Tausend neunzehn, habe ich einmal kurz so einen kleinen Schlenker eingelegt, hab das Krankenhaus verlassen und den Vertrieb von Medizinprodukten ausprobiert weil ich das spannend fand.
00:13:14: Ich hatte ja über die Jahre immer wieder mit diesen Menschen zu tun im Krankenhaus, in meiner Position ... bin dem Verkauf jetzt auch nicht abgeneigt gewesen.
00:13:24: Ich habe das ausprobiert, habe aber dann doch sehr schnell festgestellt... ... dass es absolut nicht.
00:13:28: meine Welt hat diesen Bereich nach vier Monaten wieder verlassen.
00:13:33: Gerade als Corona losging und bin dann erst einmal weil wir auch in der Zeit zweimal umgezogen sind... ... aus Hamburg raus ein bisschen ländlicher in die Zeitarbeit gewechselt.
00:13:44: Okay,
00:13:44: auch spannendes Thema?
00:13:46: Genau!
00:13:46: Aber da war ich wirklich nur ganz kurz drei Monate und in diesen drei Monaten hatte ich einen Einsatz ... hier in Buxtehude, ich wohne zwei Dörfer neben Buxtohude.
00:13:57: Und habe da das erste Mal ein Arbeitsweg von fünfzehn Minuten gehabt... Okay!
00:14:02: und hab dann festgestellt,... ... dass es richtig gut ist.
00:14:06: Also ich war davor immer so nach, also... ...von dort wo ich gewohnt hab bis nach Hamburg waren's... ...also reine Fahrzeit.
00:14:13: schon, wenn alles gut lief... ...fünfundfünftig Minuten.
00:14:16: Wahnsinn!
00:14:17: Und zurück gerne auch mal zweieinhalb Stunden.
00:14:20: So elbbrücken Hamburg und davor... Also mein, das Marinkrankenhaus wo ich gearbeitet hab war glaube ich auch da wieder nahe mich nicht fest.
00:14:27: Aber ich sag mal mit dem Auto bis zur Elbbrücke fünf Minuten und ich habe für diese Strecke regelmäßig nachmittags forty bis sechzig Minuten gebraucht nur diese Fünfminutenstreck und dann musste ich noch eine Stunde nach Hause fahren.
00:14:38: Ja,
00:14:39: Wahnsinn!
00:14:40: Genau.
00:14:40: und dann habe ich jetzt auf einmal einen Weg von fünfzehn Minuten gehabt und ich war umviel vor vier vier zuhause und hab gedacht was mache ich jetzt ist noch gar nicht halb sechs?
00:14:48: Und ich musste auch nicht mehr um sechs losfahren sondern ich bin um viert nach sechs aufgestanden.
00:14:52: Wahnsinn!
00:14:53: Ja klar.
00:14:53: Und da habe ich ganz viel Lebenszeit gewonnen und hab dann gesagt, okay... ...und die haben mich auch schon direkt am ersten Tag gefahren ob er nicht Lust hätte da fest anzufangen.
00:15:05: Bei der Zeitarbeit muss man sagen das ist so sehr viel Geld.
00:15:08: Also mein Job in der Zeitarbeit ist richtig viel Geld.
00:15:12: Das ist also wir wissen nicht reich aber du kriegst richtig viel für dafür dass du nix studiert hast.
00:15:18: Wenn du jetzt fest anfängst kriegste nicht mehr ganz.
00:15:21: Mein Gehalt ist völlig in Ordnung, da möchte ich überhaupt nicht jammern.
00:15:24: Mehr geht immer aber... Ich möchte mich nicht beschweren.
00:15:26: Aber es war halt weniger.
00:15:27: und dann habe ich aber gesagt mein Einsatz war drei Monate geplant.
00:15:32: danach hätte ich wieder nach Hamburg fahren müssen und hab gesagt wisst ihr was?
00:15:36: Ich verzichte jetzt hier auf irgendwie zwei, dreihundert Euro netto jeden Monat.
00:15:39: das ist okay.
00:15:39: ich komme auch mit dem anderen zu Recht.
00:15:41: Ich gewinne einfach so viel Lebenszeit dass das mache ich.
00:15:44: und dann hab ich nach drei Monaten bei der Zeitarbeit sozusagen aufgehört Am ersten neunten, zweitausend zwanzig in Wuchstuhude angefangen und da bin ich bis heute.
00:15:56: Aber ich muss jetzt gerade mal darauf zurückkommen weil du vorhin meintest dass du nichts studiert hast verdient man ganz schön viel Geld.
00:16:03: Ich finde schon krass was eine OP Fachkraft kann also wieviel OP ist die auswendig kann?
00:16:11: Wie oft bist Du in deinem Leben schonmal zum Operateur gefragt worden?
00:16:13: wie geht es jetzt weiter ganz ehrlich.
00:16:17: Also klar haben wir nicht studiert, aber ich meine das was du an Fachwissen kennen musst.
00:16:21: Du musst ja nicht nur die Abläufe kennen, du musst ja auch keine Ahnung.
00:16:24: Hygiene, du muss die Siebe kennen, also alles was da dazugehört, die ganze Logistik im Hintergrund.
00:16:30: Ich finde schon ... sehr anspruchsvoller Job und ich finde auch, dass es wirklich...
00:16:35: Also so
00:16:35: OTA sind schon sehr gut ausgebildete Fachkräfte.
00:16:37: Das muss man schon sagen.
00:16:38: oder auch keine Ahnung, die Intensivpflegekraft ja?
00:16:41: Die Menschen versorgt, die haben ihren ganzen Weihnachtsbaum hinten dranhängen.
00:16:44: also verstehst du was ich meine Zickperfessoren und diese ganzen Maschinen zu bedienen und die Einstellungen vorzunehmen das sind hoch ausgebilde Fachkräften.
00:16:53: Also das muss ich einfach
00:16:54: mal sagen.
00:16:56: Definitiv!
00:16:57: Ja wenn du danach gehst definitiv.
00:17:01: Ich arbeite ja auch nachts, am Wochenende ich werde aus dem Schlaf gerissen und muss von jetzt auf gleich irgendwie zum Notfallrennen und funktionieren.
00:17:08: Deswegen, ich trenne das immer so ein bisschen nach Akademiker oder Nicht-Akademiker wenn ich über das Gehalt rede?
00:17:14: Oder auch für einen anderen Anfang mit mir übers Gehalt zu reden?
00:17:17: Und sagen wir mal für einen Nicht-akademiker im Vergleiche zum Bäcker, zum Einzelhandelskaufmann, zum Versicherungsmann, vom Friseurverkäufer was es alles so gibt finde ich ist unser Gehalt sehr gut.
00:17:30: Allerdings arbeiten diese ganzen Menschen halt auch nicht oder viele von den Nichtnachts, nicht am Sonntag müssen nicht aus dem Schlaf von jetzt auf gleich funktionieren.
00:17:37: So gesehen ist das sicherlich gerechtfertigt und gesundheitliche Schäden und Folgen durch die ganze Belastung lassen wir es nochmal außen vor wenn man danach wieder geht müssten wir noch mehr Geld verdienen.
00:17:49: Genau.
00:17:49: aber was dass können angeht sind wir natürlich.
00:17:52: also haben wir einen riesengroßen Wissensschatz Jeder in seinem Fachbereich, sei es Medikamente, Anatomie, OP-Abläufe.
00:18:01: Patientenpflege oder wie auch immer.
00:18:03: also das ist schon sehr viel aber es ist halt kein Akadem... Also in Deutschland kein akademischer Job.
00:18:09: In anderen Ländern ist das ja auch wieder ein studierter Job ne?
00:18:13: Ja genau und da ist Deutschland glaube ich auch so ein bisschen speziell.
00:18:17: Da wird natürlich diese Wertung akademisch und nicht akademische.
00:18:21: Das ist halt auch nochmal vielleicht die Frage zu stellen an der Stelle
00:18:26: Ja, also ich finde jetzt für mich als OTA man sollte uns durchaus mehr Zutrauen und mehr Verantwortung geben.
00:18:32: Wir können wenn wir es uns beibringen würden genauso wunden bis zu einem gewissen Grad zunähen oder eröffnen oder... Ich sage mal Bora benutzen und eine Platte festschrauben weil einer den Finger irgendwie zur Reposition halten muss oder sowas ne?
00:18:48: Das sind alles Aufgaben die könnten wir übernehmen wenn man uns da drin ausbildet.
00:18:53: Aber das ist in Deutschland halt nicht gewollt.
00:18:57: Wieso vieles nicht?
00:19:00: Wo wir
00:19:01: wieder beim Thema sind, man könnte was ändern wenn man möchte aber man möchte nicht.
00:19:04: Ja Stichwort zukunftsfähige Arbeitsmodelle.
00:19:08: zum Beispiel du hast ja auch in einem LinkedIn-Post über Bereitschaftsdienste gesprochen entfand ich auch sehr interessant.
00:19:14: magst du mal ganz kurz hier erzählen worum es da ging im Beitrag?
00:19:19: Da ging es um einen Beitrag von früher.
00:19:21: das ist also muss jetzt bei mir bei meinem jetzigen Arbeitgeber nicht so und auch beim alten Arbeitgebers hat sich das inzwischen ein bisschen verbessert, aber ich finde es könnte noch besser sein.
00:19:32: Genau also diese Bereitschaftsdienststunden die sind ja immer so ein bisschen schwierig sag' ich jetzt mal.
00:19:42: Das ist für den Arbeitgever ist das ein Modell was ihn dazu ermöglicht Menschen für wenig Geld möglichst lange am Arbeitsplatz zu binden, so nenn ich's jetzt mal?
00:19:58: was die Möglichkeit gibt, dass du halt bis zu vierundzwanzig Stunden am Stück bei deinem Arbeitgeber verbringst.
00:20:02: Da ist dann ein Teil der Zeit das variiert je nach Arbeitgebers und Modell ist halt Vollzeit in der Du voll arbeitest und volles Gehalt bekommst und den restlichen Zeit ist halt Bereitschaftsdienst-Zeit.
00:20:14: weil damit argumentiert wird man arbeitet ja nicht rund um die Uhr weil einfach nicht so viel zu tun ist.
00:20:18: Das ist meistens auch so.
00:20:20: Deswegen gibts halt Zimmer zum Schlafen usw.
00:20:22: Und man schläft auch regelmäßig.
00:20:26: Aber diese Stunden werden dann halt nur anteilig berechnet und anteilich vergütet.
00:20:30: Also man schneidet auch bei manchen Modellen die sozusagen doppelt ins Fleisch, ne?
00:20:34: Du kriegst nicht die volle Stunde für ein bisschen Geld berechnet sondern du kriegest ein bisschen Stunde für einen bisschen Geld gerechnet.
00:20:41: Und wenn du am nächsten Tag nach Hause gehst zieht man dir sieben Komma Sieben Stunden erstmal von deinem Zeitkonto ab weil du am letzten Tag ja nicht da bist und ich arbeitest.
00:20:50: Das wird denn oft gegengerechnet mit den Bereitschaftsdienst-Stunden so dass da am Ende kein Minus für dich raus kommt Aber auch kein Geld.
00:20:58: Genau!
00:20:58: Und dann gehst du halt, ich sag mal, du kommest montags zur Arbeit, gehst Dienstag morgens nach Hause mit... Auch jetzt also völlig überspitzt gesagt und bitte mich nicht auf Festnadelung oder Verklagen.
00:21:08: Sieben Euro, fünfundzwanzig Brutto für die ganze Nacht verdient.
00:21:11: Mittwoch kommst Du wieder zum Dienst?
00:21:13: Gehst du mit Donnerstagmorgen nach Hause?
00:21:15: Freitag kommst du wieder zum Dienst?
00:21:18: Gehst Samstagmorgnachhause?
00:21:19: Da hast du ein bisschen Geld verdient weil du samstags zieht dir keiner was ab weil du regular nicht arbeitest.
00:21:24: Ja.
00:21:24: Und dann kommst Sonntag wieder zum dienst Bis Montagmorgen, da zieht man dir wieder was ab.
00:21:29: Und das kam jetzt nicht oft bei mir vor aber es kam vor.
00:21:32: in Zeiten von Urlaub und Personalmangel, kam das durchaus mal vor auch öfter als ein zweimal... ...und in diesem Arbeitskonzept habe ich dann eighty-fünf Stunden in der Woche in der Klinik verbracht.
00:21:43: Wahnsinn!
00:21:43: Das muss man sich mal vorstellen, gell?
00:21:46: Genau und dadurch dass es da keinen Ausgleichs frei für diese Stunden gab weil das alles so gerechnet war, dass das mit dem Abziehen plus minus null war und die Zeit auf Samstag wurde ausbezahlt habe ich eine Woche in der Klinik verbracht, nicht sonderlich viel extra Geld durch diese Dienste damit verdient weil das alles gegengerechnet wurde und Dienstagmorgen ging es ganz normal weiter.
00:22:10: Und das waren wirklich mit Ende zwanzig Anfang dreißig habe ich das weggesteckt und es kam ja auch nicht oft vor.
00:22:20: aber es gibt Häuser da ist das die Regel.
00:22:22: oder Selbst wenn du jetzt einen Dienst wegnimmst, sind es sechzig Stunden die Woche.
00:22:26: Da ist das die Regel und du kriegst keine Zeit zum Erholen!
00:22:29: Du hast dann ein bisschen mehr Geld auf dem Konto aber ich weiß nicht ob das Geld rechtfertigt dass man sich so kaputt arbeiten muss.
00:22:36: Und diese Bereitschaftsdienste selbst wenn du nicht arbeitest?
00:22:40: Du bist ja in der Klinik.
00:22:43: Manche Kliniken haben tolle Bereitschaftsdienstzimmer mit allem drum und dran wo du sagen kannst okay das ist wenigstens ein bisschen wie zu Hause und du kannst dich da halbwegs entspannen.
00:22:53: Manche stellen dir einfach nur eine kleine Kerbuffkammer mit einem Bett zur Verfügung, wo du denkst okay was mache ich hier?
00:22:59: Besenkammer.
00:23:00: Genau und es gibt sicherlich auch Leute die können schlafen wie ein Stein bei der Arbeit.
00:23:04: Ich konnte das nie.
00:23:06: Wir hatten viel Geburtskunde Kinderintensiv frühchen ab der dreiundzwanzigsten Woche und wenn du weißt also damals gab's zum Beispiel auch ne Zeit lang noch kein Notfallpieper in dem Haus wo ich gearbeitet habe.
00:23:19: da mussten sie Gynäkologen immer anrufen wenn Notfall ist Das heißt, wenn das Telefon nachts klingelt.
00:23:24: Du wusstest nicht?
00:23:25: Ist das die Galle wo ich noch eine Stunde Zeit habe oder ist es der Notfall?
00:23:28: und ich muss sofort rennen weil die schreit einfach nur ein Notfall ins Telefon und legt auf.
00:23:32: Das heißt jedes Telefon klingen.
00:23:34: gerade als Berufsanfänger war für mich der Horror.
00:23:37: Ich hab nachts nicht geschlafen und hab gedacht bitte lass dieses Telefon nicht klingen Und wenn es klingt lasst es kein Notfall sein!
00:23:44: Wenn du mit diesem Wissen das schliefst und deine Zeit da verbringst keine Freunde treffen kannst dich nicht um deine Familie kümmerst Nicht einkaufen gehen kann sondern Also du bist ja bei der Arbeit.
00:23:52: Ja,
00:23:52: genau!
00:23:53: Und wartest darauf das was passiert?
00:23:55: Oder du wartest da rauf dass es endlich vorbei ist, dass du nach Hause gehen kannst und das ist ja keine Erholung.
00:24:00: Nein, ist es nicht.
00:24:01: Ich glaube jeder der schon mal mitgemacht hat das Telefon geht und das heißt bloß eilige Sektion dann fängst du an zu rennen.
00:24:07: und also bis denn nach drei Minuten quasi schon in medias reso quasi der wir jetzt einmal mit gemacht haben.
00:24:15: Das ist einfach purer Stress.
00:24:18: Definitiv!
00:24:20: Ja, also es ist ja mittlerweile auch bewiesen.
00:24:23: Wer Nachtschicht arbeitet oder Schichtssystemen- oder Bereitschaftsdienste in so einem Modus?
00:24:30: Deine Lebenszeit ist um zwanzig Prozent reduziert und ich habe neulich gelernt... Ich muss das nochmal nachkommen ob's wirklich so ist.
00:24:37: aber ich vertraue der Dame einfach mal weil die war auf Freyaun hat das da gelernt.
00:24:41: Dein Risiko für Krebserkrankungen steigt um sechzig Prozent.
00:24:45: Also die Wahrscheinlichkeit dass ich an Krebs erkranke und auch noch viel früher sterbe ist deutlich höher als bei jemandem, der nicht so arbeitet wie ich.
00:24:54: und dann kann man auch wieder fragen.
00:24:55: Ist das Gehalt was ich bekomme dafür noch angemessen?
00:24:58: Dafür dass sich mir eigentlich meine Gesundheit komplett zerschieße oder andersrum gefragt warum mache ich den Kram überhaupt noch?
00:25:06: Aber das ist jetzt wirklich ein Thema.
00:25:08: da muss er die Politik ran Da können wir ja nichts dran gestalten.
00:25:12: also für uns jetzt aus der Pflege Können da ja nichts daran gestalten.
00:25:21: Ich finde es dann doch toll.
00:25:23: Ich bewundere jeden, der trotzdem bei diesem Job bleibt.
00:25:25: Weil am Ende des Tages ist es ja auch ein toller Job oder?
00:25:27: Findest du nicht?
00:25:28: Also ich liebe ihn trotzdem trotz aller Wiedrigkeiten und trotz allen Negativen das ich berichten könnte.
00:25:36: Klar, ich arbeite nicht mehr Vollzeit in dem Job muss man auch sagen.
00:25:39: Bin schon ausgestiegen aber auch ich habe eine Bandscheibe eingebüßt für meinen Job.
00:25:43: Ja!
00:25:45: So geht's los.
00:25:47: Aber schon mit sechs und zwanzig Tatsache also ich hab echt im jungen Jahr sehr viel gearbeitet.
00:25:51: Damals gab es auch noch keinen Arbeitszeitschutzgesetz und so.
00:25:53: Ja, ja genau also da muss auf jeden Fall die Politik ran.
00:25:57: das können wir für uns jetzt so nicht ändern.
00:26:00: Ich wollte ich noch zum Abschluss was fragen und zwar wenn du jetzt ein Publikum vor dir hättest voller OTAs oder voller Pflegefach dürfte Und du könntest zu denen sprechen Was würdest du denen gern sagen wollen?
00:26:13: Was würdest du ihnen gerne mitgeben wollen?
00:26:18: Also ich würde den Mitgeben wollen dass wenn sie ihren Job gerne machen unbedingt dabei bleiben.
00:26:26: Ich bin ja auch noch in dem Job, weil ich den Job gerne mache.
00:26:29: Sonst wäre ich nicht mehr da und hätte ich mir was anderes gesucht.
00:26:32: Natürlich!
00:26:34: Aber jeder sollte auf sich und seine Gesundheit achten, weil diese Gesundheit oder diese Lebenszeit die man vielleicht mit anderen Sachen verliert, die Christo halt nichts zurück und es dank dir keiner.
00:26:46: Es gibt keine Rechnung wo drauf steht Siehundertdreiundzwanzigmal eingesprungen in seine Arbeitszeit.
00:26:51: Dafür gibt es ein Bonus oder drei Jahre früher Rente, oder Ferrari oder was weiß ich?
00:26:57: Deswegen ist es wichtig dass jeder auf seiner eigene Gesundheit achtet weil niemand hat etwas davon wenn man sich selbst kaputt arbeitet und dann vielleicht aus dem Beruf ausscheiden muss sondern am Ende mit einem Problem für sich selbst dasteht, weil man sich für andere aufgeopfert hat.
00:27:13: deswegen mein Kollege sagt immer so schön Martin du bist pro Selbsterhaltungstrieb Und das sollten viel mehr Leute sein, ich finde es nicht egoistisch.
00:27:21: im Sinne von mir ist egal was mit allen anderen passiert.
00:27:24: Sondern ich achte auf mich damit ich das bis zur Rente durchhalten kann und das sollte jeder.
00:27:31: Ja oder was heißt durchhalten kannst du dann vielleicht auch mit Freude machen können?
00:27:34: Also die Möglichkeit gibt's
00:27:35: ja auch.
00:27:35: Das auch.
00:27:35: Ja
00:27:36: also durchhalten ist immer gerade am untersten Level.
00:27:39: aber ich meine es geht ja auch darum dass man Freude hat wir an der Arbeitszeit, weil Arbeitszeit ist ja letztendlich auch Lebenszeit.
00:27:45: Definitiv mein Durchhalten bezog sich eher auf dass der Körper das durchhält sowohl psychisch als auch physisch.
00:27:53: Spaß an der Arbeit sollte jeder haben.
00:27:54: ich fahre gerne zur Arbeit und natürlich ist bei mir auch nicht alles gut oder irgendwer ist mehr doof und ich weiß heute arbeite ich mit Leuten vielleicht die sind jetzt so mittelwitzig mit mir aber das gehört ja zum Leben dazu.
00:28:06: Aber Spaß ist das was jeder haben sollte und dann auf sich selbst achten.
00:28:11: Also würdest du sagen zum Abschluss, es lohnt sich für sich selber einzustehen und es lohnen sich so lange seinen Platz zu suchen bis man ihn gefunden hat in diesem System.
00:28:20: Dass es den Platz für jeden gibt wo er sich wohlfühlt und wo seine Arbeit gut einbringen kann?
00:28:25: Doch definitiv also ich bin auch davon überzeugt dass jeder der in diesen Gesundheitswesen arbeiten möchte seine Stelle findet in seiner Position wie auch immer die Aussehen mag Man muss nur danach suchen.
00:28:37: Gesundheitswesen bietet mittlerweile eine unglaubliche Vielfalt an Berufen.
00:28:42: Auch für, ich sag mal, Quereinsteiger.
00:28:44: wenn du jetzt Krankenschwestern bist hast du ganz viele Möglichkeiten und auf alle Fälle weiter suchen bis man das gefunden hat was einem liegt.
00:28:53: Und wenn es nur der Arbeitgeber ist bei dem gleichen Beruf also in der gleichen Stelle oder hat eine andere Stelle vielleicht beim gleichen Arbeitgebe.
00:28:59: aber ich bin mir sicher jeder findet seinen Platz wenn er es möchte
00:29:02: Wenn das für sich selber einsteht?
00:29:05: Wenn er für sich selbst einsteht, weiß was er möchte und dann muss er nur suchen.
00:29:08: Und dann gibt es diese Stelle.
00:29:09: Genau!
00:29:10: Nicht darauf wartet das.
00:29:11: die Politik ist für
00:29:11: einen Macht.
00:29:13: Wunderbar... Das ist, glaube ich eine Hoffnung, die sollte keiner haben.
00:29:17: Wenn man da drauf wartet, dann ist man wirklich verloren.
00:29:19: Ja, das
00:29:20: stimmt.
00:29:21: Wundervoll.
00:29:22: Lieber Martin, ich danke dir für deine Einblicke, für dein Gespräch, für deine Zeit.
00:29:26: Es hat mich sehr gefreut.
00:29:27: Es hatte mich natürlich total gefreud weil jemand aus dem OP, ganz viele gemeinsam mit Stittstellen haben und der auch einfach das so bestätigt, was ich mir schon immer so gedacht habe.
00:29:39: Dass es tolle Jobs sind, dass sich lohnt auf den Job einzusetzen für sich selber einzustehen
00:29:43: und
00:29:45: ja, dass man seinen Platz findet ist glaube ich auch eine Message die jedem in diesem Gesundheitswesen mitgeben möchte.
00:29:52: Super!
00:29:53: Vielen lieben Dank Martin.
00:29:54: Vielen lieben Dank, dass ich zu Gast sein durfte.
00:29:57: Genau!
00:29:57: Ich wollte noch ganz kurz anbringen alle Infos zum Martin's Podcast findet ihr unten in den Show Notes und alle Info- und dann linken werde ich auch mit verlinken.
00:30:08: Sehr
00:30:09: gerne!
00:30:09: Also alle
00:30:09: Infost dazu.
00:30:10: falls du eine Geschichte zu erzählen habt selber aus dem Gesundheitswesen kommt und die Geschichte zu erzählen habt so rum.
00:30:15: Dann wendet euch bitte an Martin, dann habt ihr da eure Plattform gefunden.
00:30:19: In diesem Sinne vielen dank Martin.
00:30:22: Danke auch Tschüss.
00:30:25: Was für ein starkes Plädoyerfirmereigenverantwortung.
00:30:28: Das war mein Gespräch mit Martin Willmann und ich hoffe, ihr nehmt aus dieser Folge genau so viel Mut und Energie mit wie ich!
00:30:36: Wartet wirklich nicht darauf dass irgendjemand von oben für euch das System repariert.
00:30:40: fangt bei euch selbst an geht für eure eigenen Bedingungen los und werdet die Gestalter eurer Laufbahn.
00:30:44: Wenn ihr noch mehr spannende Geschichten und echte Gesichter aus dem Gesundheitswesen kennenlernen wollt, dann
00:30:49: hört unbedingt
00:30:50: rein bei Martins Podcast.
00:30:52: Den Link dazu packe ich wie bereits versprochen hier unten in die Show Notes.
00:30:56: Und jetzt hätte ich noch eine ganz kleine Bitte an euch wenn euch diese Folge gefallen hat und euch der Club der Gestalter weiterbringt Dann tut mir doch bitte einen Riesen Gefallen Teil dieser Episode einfach mit Kolleginnen und Kollegen im Team.
00:31:06: Vielleicht gibt es jemanden der diese Portion Motivation heute braucht.
00:31:11: Teilt die Folgen, macht die Menschen auf diesen Podcast aufmerksam.
00:31:15: Lasst mir auch super gerne eine Bewertung da!
00:31:17: Das hilft dem Podcast noch mehr Menschen zu erreichen.
00:31:20: und jetzt sage ich danke fürs Zuhören.
00:31:21: bleibt mutig geht für euch los.
00:31:23: und ich sag es einfach ciao bis zum nächsten Mal.
Neuer Kommentar