[Interview] Das Märchen vom Auswandern in die Schweiz
Shownotes
Wenn der Frust im deutschen Gesundheitssystem zu groß wird, scheint die Lösung für viele Ärzte und Ärztinnen oft ganz nah: Ab in die Schweiz! Doch ist das Nachbarland wirklich das gelobte Land für Mediziner?
Mein heutiger Gast Martin Werner begleitet mit seinem Unternehmen Ärztinnen und Ärzte, die mit dem Gedanken spielen, genau diesen Schritt zu gehen. Doch wer jetzt erwartet, dass wir das Land der Berge und der Schokolade in den nächsten Minuten einfach nur in den Himmel loben, der irrt sich gewaltig!
Wir machen in dieser Folge einen schonungslos ehrlichen Reality-Check. Wir sprechen darüber, warum die Schweiz eben nicht für jeden das versprochene Paradies ist, welche Fehler gerade Muttersprachler oft machen und warum bloße Flucht aus Frust keine gute Karrierestrategie ist. Denn eins ist klar: Die eigene Haltung nimmst du über jede Grenze mit.
Das nimmst du aus dieser Episode mit:
Warum das Schweizer System ganz anders tickt und welche kulturellen Fettnäpfchen auf deutsche Auswanderer warten.
Wie du herausfindest, ob Auswandern wirklich die Lösung für deine Unzufriedenheit ist.
Warum du als echter Gestalter ganz genau wissen musst, was du willst, bevor du deine Koffer packst.
Worauf du bei der Vorbereitung und dem Wechsel ins Nachbarland unbedingt achten musst.
Alle Links zu Martin Werner:
Erfahre mehr über Martins Arbeit: www.docsgoswiss.ch
Vernetze dich mit Martin auf LinkedIN Lass uns gemeinsam gestalten! Spielst du selbst mit dem Gedanken auszuwandern, oder hast du es vielleicht sogar schon getan? Teile deine Erfahrungen gerne mit mir! Wenn dir diese Folge einen neuen Impuls gegeben hat, dann teile sie unbedingt mit einer Kollegin oder einem Kollegen, für die dieser Reality-Check auch relevant sein könnte.
Hier findest du mich & den Club der Gestalter:
🌐 Website: www.annetteszabo.de
📸 Instagram: @annette.szabo
💼 LinkedIn: Annette Szabó
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Transkript anzeigen
00:00:00: Und so hat die Schweiz geschafft, dass sie ja auch über die Information eines sehr guten und stabilen Gesundheitssystems aus Sicht eines Angestellten plus diesen Faktoren, die halt auch einem Arzt oder Ärztin dann wichtig sind.
00:00:16: Stabilität, Ordnung, hohen Freizeitwert geschafft in die Köpfe der Leute zu
00:00:22: kommen.".
00:00:24: Genau darüber sprechen wir heute – und damit herzlich willkommen!
00:00:27: Zu einer neuen Episode im Club der Gestalter.
00:00:30: Mein heutiger Gast ist Martin Werner.
00:00:33: Er begleitet und berät mit seinem Unternehmen Ärzte und Ärztinnen, die mit dem Gedanken spielen das deutsche Gesundheitssystem hinter sich zu lassen und in die Schweiz auszuwandern.
00:00:42: Aber wer jetzt denkt, wir loben hier in den nächsten Minuten einfach nur das Land der Berge und Schokolade in dem Himmel.
00:00:47: Der wird gewaltig!
00:00:48: Martin und ich machen heute
00:00:50: einen schonungslosen
00:00:51: ehrlichen Deep-Dive.
00:00:52: Wir sprechen darüber warum die Schweiz eben nicht für jeden das versprochene Paradies ist Und warum bloße Flucht aus Frust keine gute Karrierestrategie ist Und weshalb du als echter Gestalter ganz genau wissen musst was du eigentlich willst bevor du deine Koffer packst.
00:01:06: Das alles gibt's gleich.
00:01:08: aber jetzt starten wir erstmal so richtig los.
00:01:12: Das haben wir schon immer so gemacht.
00:01:14: Ein Satz, den wirklich jeder im Gesundheitswesen schon mal gehört hat und der nur eins bedeutet – Stillstand!
00:01:20: Aber wir wollen nicht mehr einfach nur funktionieren und Opfer des Systems sein.
00:01:25: Deshalb schmeißen die hier im Klub der Gestalter alte Muster einfach aus dem Fenster.
00:01:30: Hier geht es ums Anpackung, um's verändern für dich dein Team und deine Patienten damit der Job wieder Spaß macht und nicht nur Nerven kostet.
00:01:39: Ich bin Annette Sabo und nun wünsche ich dir ganz viel Spaß bei dieser Folge.
00:01:46: Hallo Martin, schön dass du dir halt Zeit genommen hast!
00:01:50: Hallo Annette, danke darf ich hier sein.
00:01:54: Jetzt könnte man sich ja denken jetzt macht die Annette einen Podcast für das deutsche Gesundheitswesen, für Gestalter im Gesundheitswesenn, im deutschen Gesundheitswäsen Und jetzt lädt sie jemanden ein der Fachkräfte aus Deutschland in die Schweiz vermittelt.
00:02:12: Wie kann das sein?
00:02:14: Und vielleicht fangen wir einfach mal ganz kurz an, indem du dich einfach mal kurz vorstellst für unsere Hörer nochmal zusammenfasst was du eigentlich machst und dann können wir da ins Thema einsteigen.
00:02:25: Also ich bin Martin Werner mit DocsGosWiss eben genau da unterwegs wo es darum geht.
00:02:31: von Ärzte und Ärztin diese Frage ist in der Schweiz alles besser lohnt es sich für mich auszuwandern und zwar nicht nur beruflich sondern ja auch mit Familien, Kindern und dem ganzen Umfeld.
00:02:44: Ich bin selbst im Jahr zwanzig sechzehn in den Weg gegangen.
00:02:47: Meine Frau ist bei uns die Ärztin Gynäkologin, ist später nachgekommen.
00:02:52: Wir kennen also beide Gesundheitssysteme, beide Lebensorte in Deutschland, wir kennen die Schweiz Und so kam dann eben die Idee auch zu beraten Nicht nur einen Job zu suchen, also das mache ich auch die Vermittlung.
00:03:07: Aber auch diese ganzen vielen Fragen, die viele Ärzte und Ärztinnen halt so mit sich tragen... Ich halte es nicht mehr aus!
00:03:15: Ich suche nach Lösungen.
00:03:17: ist die Schweiz eine Lösung.
00:03:18: Und darum geht's.
00:03:19: Das sind ja wenn man so möchte schwere Entscheidungen für die Karriere.
00:03:24: aber auch Auswandern ist nicht ganz so trivial wie irgendwie einen Job im neuen Umfeld in Deutschland suchen sondern Es ist ein großer Schritt.
00:03:33: und da sind viele Fragen, wo ich dann zur Seite stehe.
00:03:36: Genau!
00:03:36: Und ich hab dich über LinkedIn gefunden und habe also dein Profil und deine Beiträge gelesen und dachte mir der Mann kennt einfach die Pain Points der Mediziner, die ja eben aus diesem Grund an dich herantreten und sich denken dass sie vielleicht irgendein Blick in der Schweiz versuchen können wenn sie im deutschen Gesundheitswesen eben sich nicht wohlführen oder die Arbeit für Sie dort nicht mehr passt.
00:04:02: Und deswegen habe ich gedacht, ich lade dich einfach mal in diesen Podcast ein und deswegen passt es eigentlich dann doch ganz gut.
00:04:06: Obwohl's vielleicht auf den ersten Augenblick vielleicht etwas abnickig ist.
00:04:10: Ja aber wie ist das denn in der Schweiz?
00:04:11: Ist da wirklich so viel besser?
00:04:13: Wo sind die Unterschiede?
00:04:14: Vielleicht magst du uns einfach mal kurz mitnehmen und ja in deinen Bereich ein bisschen einführen.
00:04:23: Also besser ist halt schon schwierig zu sagen weil ich glaube jedes System oder jedes Land hat seine Vor- und seine Nachteile.
00:04:33: anders und es muss für die Person passen, die die Entscheidung trifft.
00:04:38: Also ich würde nicht per se sagen ist alles besser in der Schweiz und es ist für jeden besser in die Schweiz zu gehen sondern es gibt viele Faktoren, die sehr unterschiedlich gewichtet werden.
00:04:52: Für die einen ist das gute Bildungssystem für die Kinder, für andere ist es oh Gott!
00:04:58: Das Bildungsystem in der Schweizer wollen wir für unsere Kinder überhaupt wo sehr viel Persönlichkeit, sehr viele Werte und Wünsche dahinter stehen.
00:05:11: Und wo man schauen kann, kann ich die in Deutschland erfüllen durch eine Veränderung.
00:05:16: Ich sage mal ein klassisches Beispiel, ich gehe aus dem Krankenhaus raus und erfüll mir den Wunsch und mache eine eigene Praxis auf weil ich meine Träume eben in einem anderen Setting leben kann, wo ich selber Chef bin.
00:05:29: wie auch immer andere sagen okay für mich ist das die Schweiz.
00:05:34: Und was ich einfacher lebe, ist halt diese Sinnfrage, die kommt, die nicht direkt geäußert wird, ist eigentlich wo kann ich wieder Arzt und Ärztin sein?
00:05:45: Wo kann ich noch leben?
00:05:46: Wo habe ich ein Privatleben?
00:05:48: Wo hab' ich mein Ausgleich?
00:05:49: Wo haben wir die Familie?
00:05:52: Dann kommt man zwangsläufig, wenn man bereit ist auszuwandern auf die Schweiz!
00:05:59: Die Schweiz hat eins geschafft – sie ist in aller Köpfe.
00:06:03: Also ist Baumeland auf der Welt, wo jeder sofort irgendwas weiß.
00:06:08: Berge, Schokolade, Autobahnen was auch immer... Was hat man halt mit der Schweiz?
00:06:13: banken?
00:06:13: Was genau jeder was reicht tun?
00:06:17: Gutes Gesundheitswesen!
00:06:20: Die Schweizer haben es geschafft in der Außenwelt präsent zu sein, was andere Länder in der Form nicht haben und formal gesehen verbindet erstmal dieselbe Sprache.
00:06:31: Das heißt, in vielen Köpfen ist es auch so na gut.
00:06:34: Also ich könnte jetzt auch nach Schweden aber da muss ich schwedisch lernen.
00:06:38: In der Schweiz brauche ich das ja nicht.
00:06:40: und so hat die Schweiz geschafft dass sie ja auch über die Information eines sehr guten und stabilen Gesundheitssystem aus Sicht eines Angestellten plus diesen Faktoren die halt auch einem Arzt oder Ärztin dann wichtig sind Stabilität Ordnung hohen Freizeitwert geschafft in die Köpfe der Leute zu kommen, aber wie gesagt es ist ein komplett anderes System und gerade wir Muttersprachler-Deutsche machen den Fehler irgendwie automatisch im Kopf.
00:07:16: Wir denken da wird Deutsch gesprochen und wir denken automatisch alles ist so organisiert wie wir das halt kennen und dass es nicht... Es ist ein eher angloamerikanisches System.
00:07:29: Sozialleistungen, Wirtschaftsausrichtung sind komplett anders wie in Deutschland.
00:07:35: Und deswegen darf man sich genau anschauen was man sucht und auch einen ehrlichen Blick darauf werfen ob es das in der Schweiz gibt wenn.
00:07:45: ich glaube ein Großteil der Enttäuschungen die man auch hört von Leuten die in der schweiz waren oder wieder zurückgegangen sind erwächst genau daher dass man eigentlich Erwartungen an die schweize hatte die die Schweiz persönlich erfüllen kann, weil das nicht Teil des Systems ist.
00:08:04: Was sind es für Mediziner, die auf dich zukommen und den Weg in die Schweiz gehen möchten?
00:08:11: Was haben sie hier für Beweggründe mit dem deutschen Gesundheitswesen?
00:08:16: Also was sind die meisten Beweggründen für Medizinern, das deutsche Gesundheitswesend zu verlassen?
00:08:23: Es sind natürlich nicht nur Pain-Points sondern es sind auch Wünsche und Träume Erstmal per se gar nicht so nur gegen das deutsche Gesundheitssystem sprechen.
00:08:35: Ich habe beispielsweise einige nach Deutschland migrierte Ärzte und Ärztinnen, die sich jetzt entscheiden okay geht es zurück in die Heimat oder machen wir noch mal was anderes?
00:08:49: Die dann also nach zehn Jahren in Deutschland sich die Frage stellen geht's zurück nach Polen oder ist die Schweiz für uns das Richtige?
00:08:59: Es können auch Punkte sein, die eben damit zu tun haben.
00:09:01: Das Familie gekommen ist das berufliche Veränderung von Partner oder der Partnerin rein spielen.
00:09:08: aber natürlich die Pain Points sind die Klassiker.
00:09:13: Ist einfach ein System was offensichtlich sehr stark überfordert auf allen Ebenen.
00:09:20: Das ist im ambulanten Bereich ähnlich wie im Krankenhausbereich Und es ist so.
00:09:29: der Wunsch auch, was im Dienstplan gibt's drei Monate im Voraus und er hält auch.
00:09:35: Es ist genug Personal da und ich muss nicht ständig einspringen.
00:09:39: Ja das kippt's in der Schweiz, in den Spitälern.
00:09:42: Okay gekauft!
00:09:43: Also wo man irgendwie so das Gefühl bekommt, es ist sehr viel Schmerz da vom einen weil man als Arzt oder Ärztin nicht gesehen wird.
00:09:53: Man macht extreme Arbeit natürlich auch alle anderen Menschen in Gesundheitswesen, aber keiner sagt Danke.
00:10:01: Keiner sagt hey du musst auch mal deine Fortbildung machen das ist wichtig dass du am Ball bleibst und das ist auch wichtig für deine Karriere.
00:10:09: es ist klar um die Wahrnehmung von ehrlicher Kommunikation da sondern es ist immer nur gib-gib-gip Aber nicht okay.
00:10:18: ich sehe dich Du hast vielleicht zu Hause gerade eine schwierige Phase jemand in der Familie gestorben Nimm doch mal frei.
00:10:28: Wir verstehen dich, wir hören dich und sehen
00:10:30: dich.".
00:10:32: Und das nehmen die Mediziner natürlich mit nach Hause.
00:10:38: Da wird dann noch weniger drüber gesprochen.
00:10:40: aber das hat halt dramatische Konsequenzen für das Privatleben.
00:10:47: Hohe Scheidungsraten, die ständige Gefühl gerade bei den Medizinarinnen irgendwie Familie Beziehung, Unkarriere unter einen Hut zu kriegen.
00:11:02: Also das kommt mit nach Hause wird oft zuhause nicht ausgesprochen ist also so ein schwellender Konflikte hat und da kommt eben dann so viel zusammen dass man sagt naja ich stelle mir jetzt einfach die Frage will ich das Ganze noch?
00:11:18: Ich habe zwar hier studiert und Abitur gemacht aber ich bin so am Ende oder kurz davor.
00:11:28: Man muss ja sagen, also man spürt das ja innerlich.
00:11:33: Wenn man es noch spürte bei vielen Ärzten kommt dann wirklich in der Beratung das große Erwachen wenn man ihnen die ehrliche Rückmeldung gibt dass das System von außen kurz vom kollabieren ist.
00:11:48: Also wenn ich von außendrauf schaue Dass sich mir eigentlich im dem Moment nicht die fragestelle wollen sie auswandern oder wollen Sie Nicht Auswandern sondern die erste Frage ist Die kommen durch die nächste Woche und durch den nächsten Monat.
00:12:01: Also was können wir jetzt, was können Sie jetzt tun?
00:12:06: Was darf ich Ihnen mit auf den Weg geben damit sie überhaupt mal zum Durchatmen kommen und auch in Ruhe und reflektiert eine Entscheidung über ihre Zukunft treffen können, die nicht nur auf Hoffnung und sehr starken Emotionen aufgebaut ist irgendwas zu verlassen?
00:12:27: weil ja dann ist die Gefahr groß, dass ich natürlich wie wenn ich verliebt bin die rosa-rote Brille auf habe und alles super ist.
00:12:36: Und in meiner Beratung bin ich dann eben so und sag ja also ich möchte nicht das sie auf so einer Basis gleich den nächsten Fehler beginnen sondern erst mal Ruhe reinbringen.
00:12:46: Das ist natürlich sehr schade zu sehen, dass die Personen, die andere gesund machen sich mit dem System oder vielen Glauben setzen, die aus dem System erwachsen sind selber beschränken.
00:13:03: Selber reklementieren und auch durch das System ein bisschen verlernt haben Entscheidungen zu treffen Räumlichkeiten zu nutzen, die sie ja immer noch haben Und dann eben sowohl zur Prädolin zu kommen.
00:13:22: Ich habe aber immer das Gefühl Das System nährt sich natürlich auch sehr gut selber weil von Ärzten natürlich immer extrem viel verlangt wird, also der Leistungsdruck ist glaube ich sehr hoch.
00:13:32: Gleichzeitig ist es so dass ich das auch oft erlebe, dass es ihnen wirklich schwer fällt... Ich spreche es sehr für allgemein und aber das ist auch so ein Gefühl, dass ich durch viele Gespräche eben bekommen habe.
00:13:45: Das erste manchmal auch gar nicht die Möglichkeit haben sich auszutauschen.
00:13:49: Auch da eine große Angst davor ist also wenn man mit dem System überfordert ist, wenn man darunter leidet in Anführungszeichen dass Ärzte dann nochmal eine größere Hemmschwelle haben, vielleicht das wirklich auch anzusprechen proaktiv anzugehen für sich Lösungen zu finden.
00:14:06: Weil da immer noch so diese gesellschaftliche hohe Erwartung im Raum steht und Arzt muss funktionieren.
00:14:12: Der ist eigentlich bloß auf der Welt um Medizin zu machen nach dem Wort.
00:14:16: Da gibt es keine Bewartpersonen, keine Person, die dahinter steckt.
00:14:22: Sondern es geht einfach nur darum Leistung, Leistung und Leistungen.
00:14:25: Die Ausbildung ist bestimmt auch super gut.
00:14:29: in Deutschland muss man ja auch sagen also du bist ein gut ausgebildeter Mediziner und jetzt mach mal!
00:14:33: Und alles andere was den Menschen eigentlich noch vollständig macht was da noch dazugehört das hat gar kein Raum so in Deutschland.
00:14:40: Also natürlich wird jeder irgendwie so Freunde und Bekannte haben.
00:14:45: aber ich meine so aus dem System heraus dass es da Mechanismen gibt dass man Supervisionen macht oder Was ist da alles mittlerweile heute für gute Methoden gibt, dass das gar nicht gar kein Raum hat und keinen Platz hat?
00:14:58: Ja ich stelle mir auch oft die Frage wo das herkommt.
00:15:04: Muss man immer ein bisschen vorsichtig sein wenn man selber nicht in dem System groß geworden ist?
00:15:10: aber es scheint so zu sein dass das Ausbildungssystem einen bestimmten Zugmensch fördert oder nicht fördert.
00:15:26: Personen, die vielleicht supergute Ärzte werden könnten aber vielleicht sehr kreativ unterwegs sind oder sehr viel Wert auf Zwischenmenschlichkeit legen.
00:15:40: Die haben vielleicht auch nicht die Abiturnode um Medizin studieren zu können und das ist wirklich überhaupt kein Vorwurf.
00:15:49: Es ist wirklich wie soll ich es formulieren?
00:15:54: Ich habe das Gefühl Wenn man Ärzte oder Ärztinnen in so einem Gespräch damit konfrontiert, läuft man sehr stark Gefahr, dass der Arzt oder die Ärztin das Gefühl bekommt.
00:16:09: Sie wird angegriffen für das was sie tut und das ist es eben überhaupt nicht.
00:16:18: Was ich sehe ist, dass Schwäche zeigen im Gesundheitswesen eilweise bestraft wird.
00:16:26: auch also Der Assistenzarzt, der sich Zeit für die Patienten nimmt bekommt in Deutschland eine Kündigung.
00:16:34: Weil er nicht schnell genug ist.
00:16:38: Wer ähnlich im Studium unterwegs ist wird auch dafür bestraft weil da die Prüfung nicht besteht.
00:16:45: und dann besteht in meinen Augen so der Mythos, wenn ich Facharzt oder Fachärztin bin, dann kann ich... Dann ist das alles anders?
00:16:52: Nein, ich spreche mit leidenden Ärzten und Chefärzten den geht es genauso.
00:16:56: also dann sind das andere beurteilen.
00:17:01: und die einen Schaden vorgesetzte gibt es immer, die eine Ausbildung nicht ermöglichen.
00:17:07: Die ein Budget ist nicht ermöglichte Und ich weiß noch nicht genau woher.
00:17:13: aber um in diesem Wesen Gesundheitswesen Erjähre machen zu können oder die Fachprüfung zu bekommen Brauches ist immer eine Abhängigkeit da und die Abhängigkeits Immer förderlich.
00:17:32: Ein Kollege von mir hat es mal so treffend formuliert, im Flugwesen wird ja auch viel gesprochen und auf Vergleiche zur Medizin gezogen wenn du Pilot werden willst und du fliegst bei einem Flieger mit sind immer andere Piloten.
00:17:54: Ist ein Vorgesetzter nicht der Pilot der mit ihrem Flugzeug sitzt sondern der vorgesetzt dem Ausbildungszentrum?
00:18:01: Nur weil der dich auch bewertet.
00:18:04: Und wenn du im Flugzeug bist und du hast das Gefühl, der zwanzigjährige Pilot mit super Erfahrung macht gerade einen Fehler dann wird von dir erwartet dass du fragst ob er sich sicher ist.
00:18:17: Dann wirst du schneller Pilot Weil du mit denkst und dafür sitzen immer zwei Leute im Cockpit die sich gegenseitig unterstützen und nicht um den anderen in die Pfanne zu hauen oder loszustellen, sondern sicherzustellen dass die beide sich erlanden weil es geht um den rot.
00:18:37: Die wissen was passiert wenn sie Fehler machen.
00:18:40: also in diesem system wird das offensichtlich gefördert.
00:18:45: im gesundheitswesen habe ich manchmal das Gefühl wer auf seine eigene meinung vertritt läuft sehr stark Gefahr dafür ja repressalien zu erfahren.
00:18:59: Und dann könnte man sagen, ja, so was.
00:19:01: Es sind gestandene Ärzte, sie haben studiert und verdienen gut.
00:19:04: Sie können woanders arbeiten.
00:19:07: Das ist alles richtig!
00:19:09: Aber diese Verletzungen korrespondieren oft mit dem inneren Kind, das wir haben.
00:19:16: Also es sind Sachen die uns nicht erst im Studium oder als Oberarzt passieren, sondern haben vielleicht als Kinder auch schon mal etwas erlebt, wo die Lehrerin total umfährt zu uns war.
00:19:27: Und das ist tief in uns drinne.
00:19:29: Wenn dann solche Sachen wieder passieren, sind wir jetzt der dreißigjährige Oberarzt.
00:19:36: Der überhaupt nicht emotional auf diese Geschichte reagieren sollte und könnte sagen, na gut, suche ich mir halt einen anderen Job, das mir doch waschtieren.
00:19:43: Könnte mich alle machen.
00:19:46: Sondern er ist wieder der kleine Junge, den geht es total nahe und er ist in der Situation so etwas von überfordert, dass er eigentlich nur eins tut – Überleben!
00:19:56: Er will in dem Moment überleben Und so kämpft man sich durch den Tag, durch die Woche.
00:20:04: Man überlebt und griebt nicht für seine Rechte ein, weil das auch oft gar nicht die Energie fängt oder Energie darstellt.
00:20:11: Also nach einer Woche Nachtdienst fühlst du keinen Streitgespräch mit einem Vorgesetzten über bessere Arbeitsbedingungen.
00:20:22: Das ist total menschlich und es wäre schön wenn Ja, wenn Raum dafür geschaffen wird von wem auch immer.
00:20:33: Sei das der Ehepartner die Ehepartnerin oder Praxismit-Inhaber oder im Gesundheitswesen über diese Dinge zu sprechen.
00:20:44: da würde wahrscheinlich unmittelbar keiner merken dass was passiert.
00:20:49: aber ich glaube das hätte einen riesen Effekt viel mehr als alle Gesundheitsreform zusammen auf das Miteinander im Gesundheitswesten.
00:20:59: Und ich glaube auch, dass es wichtig wäre der Ehepartner oder der Lebenspartner natürlich keine Frage.
00:21:04: Das muss sich da im privaten Räumenschaft.
00:21:07: aber ich glaube das müsste im System etabliert werden also gerade mit weiß nicht Supervisionen und was es immer für Methoden gibt weil das doch noch mal etwas ganz anderes ist natürlich mit jemandem zu sprechen deine Situation kennt, schon in der gleichen Situation vielleicht war.
00:21:23: Also der auch weiß wovon du sprichst jetzt nicht nur aus Erzählungen sondern dass eben auch schon mal selber erlebt hat ich glaube das ist es hat noch mal einen ganz anderen Gehalt und ich glaube auch das wäre ein gutes Signal wenn das einfach ja so'n verpflichtenden Charakter hätte also wenn da wirklich Wert drauf gelegt werden würde dass das System dafür sorgt dass die Ärzte gesund bleiben in diesem System und da ihre Räume kriegen
00:21:47: um.
00:21:49: Also ich glaube, das hängt sehr stark von den Führungskräften ab.
00:21:54: Wenn ich höre dass große Webinare in Deutschland anonymisiert gemacht werden also wo weder die Person zu sehen ist, weder einen Namen eintragen muss dann heißt es für mich alle die da drin sind haben Angst Das zufällig ein Kollege dabei ist er den Kollegen oder den Vorgesetzten kennt und zieht.
00:22:15: Ich sitze jetzt im Seminar zum Thema Burnout in der Medizin.
00:22:19: Ja, genau!
00:22:20: Alles anonymisiert auch bei mir.
00:22:23: Ärzte möchten keinen Testimonier geben weil sie Angst haben dass ihr Vorgesetzter auf meine Websites kommt und sieht.
00:22:30: die Person hat sich über die Schweiz beraten lassen Weil das ihrer Karriere schädlich sein könnte.
00:22:36: ich glaube Das geht nur wenn die Vorgesetzten das selber vorleben.
00:22:42: Wenn die Vorgesetzt sagen Leute hört zu Ich habe jetzt die Situation, ich zeige auch einmal Schwäche.
00:22:50: Ich zeige da was falsch gemacht und nicht mal falsch oder besser, sondern in meinen Augen habe ich nicht richtig kommuniziert.
00:22:59: Können wir das anders machen?
00:23:01: Nur wenn der Vorgesetzte diesen Rahmen besprechen.
00:23:05: von psychologischer Sicherheit, ich kann hier reden ohne dass sich irgendwelche Konsequenzen fürchte erst dann werden sich die Leute öffnen Und was dabei rauskommt, das weiß keiner vorher.
00:23:18: Es kann sein dass es ganze Team kündigt und sagt jetzt ist aber gut, jetzt trauen wir uns.
00:23:24: Das selbe Team wird komplett neu zusammen.
00:23:28: Aber ich glaube diese muss man vorleben.
00:23:32: Da muss man Angebote machen die die Personen nutzen dürfen oder nicht sehr vorangeht und erst mal zeigen von der Führung von oben Wir machen das jetzt anders.
00:23:45: Und wir bestrafen das jetzt nicht und es wird vermutlich sehr, sehr lange dauern bis das angenommen wird.
00:23:54: Wer gibt mir denn die Garantie?
00:23:56: Das im ersten Seminar wo gesagt hat hey wir machen jetzt alles anders.
00:24:00: erzählt doch mal wie euer euren Chef findet dass du danach nicht rausgehst sondern am nächsten Tag die Kündigung kriegst.
00:24:06: also das muss ich ja auch erst wieder entwickeln dass es anders geht.
00:24:13: Ich sage immer, Trivia, dass man auch mal einen Tag streiken darf.
00:24:17: Es ist ein Recht in Deutschland zu streiken und ich glaube die Patienten hätten auch ab und zu mal Verständnis dafür wenn die Ärzte streigen also nicht immer alles alleine lösen wollen für sich über die Fächergrenzen hinweg sich gegenseitig unterstützen.
00:24:41: Eine Pflegekraft kann eine Superentlastung für einen Arzt sein und andersrum auch, eine Wertschätzung zu zeigen.
00:24:49: Und da bin ich halt der Meinung ja wir müssen irgendwie gucken dass sich was ändert.
00:24:57: Ich bin aber an einem Punkt wo ich nicht ganz mitgehe und sage das sind immer nur die anderen die etwas ändern müssen.
00:25:04: Es gibt Karriere Stufen wo ich verstehe wenn man Die Änderungswünsche nicht direkt äußert, weil man möchte ja noch Facharzt werden.
00:25:14: Aber wenn ich ein gestandener Arzt bin, dann erwartet ein Patient von mir das ich Tacheles rede und dafür einstehe.
00:25:24: Und ich finde, dass darf man auch gegenüber Vorgesetzten oder Kollegen seine Meinung respektvoll äußern.
00:25:33: Das muss ja doch nicht immer sein, dass man sich dann einigt.
00:25:37: aber ich muss doch nicht jedes Wochenende einspringen.
00:25:40: Warum muss ich immer ja sagen?
00:25:42: Ich kann auch sagen, nein.
00:25:44: Ich habe das mit meiner Familie verplant.
00:25:48: oder ganz ehrlich, wir einfach mal ausschlafen auf der Couch liegen.
00:25:52: Ich brauche es jetzt.
00:25:53: Ich kann nicht das fünfte Wochenende hintereinander einspringen für sich einzustehen und zu sagen hey so ist das jetzt!
00:26:00: Und ich hatte die Tagernfall in der Beratung.
00:26:10: Geflasht, war ein junger Medizinstudent.
00:26:13: Er war quasi fertig mit dem Studium und hat eine Stelle in der Schweiz gesucht.
00:26:18: Und er sagt ja Martin Also wir haben ja alles gelernt Aber wir kommen aus einem Studium raus um das was man uns mitgegeben hat ist Wir können nichts Wir taugen nichts.
00:26:30: Eigentlich will uns auch keiner ausbilden.
00:26:33: Dann sage ich Ja gut dann schreibt doch jetzt einfach mal rein Was alle wissen und denken in die Bewerbung.
00:26:39: Erster Satz Lieber Herr Schäffert sowieso Wir wissen es ja alle.
00:26:44: Fachärzte wollen Alter haben, aber im ersten und zweiten Weiterbildungsjahr bitte
00:26:48: nicht.".
00:26:50: Er hat inzwischen sechs Einladungen bekommen?
00:26:53: Mehrere Rückmeldung wie erfrischend die Bewerbung gewesen wäre... Ja!
00:26:58: Es ist doch nicht so als ob wir das alle nicht wissen nur weil keiner drüber redet.
00:27:04: Dieses Ganze ich denke und ich glaube was der andere will und möchte ganz gefährlich.
00:27:11: also In der Beziehung macht man das ja auch nicht.
00:27:14: Da fragt man den anderen, aber im Gesundheitswesen ist so viel reininterpretiert weil oft ich glaube nicht mal Zeit dafür da ist Kommunikation zu pflegen.
00:27:28: Team-Meetings werden geschoben verkürzt, weil irgendwas dazwischen kommt und das ist dann wenn man es auf die Schweiz bezieht eine ganz große Falle denn Ärzte in die Schweiz kommen wollen mehr Zeit für die Patienten.
00:27:44: Das ist ein ganz großer Wunsch.
00:27:46: Und es fällt mir teilweise extrem schwer zu akzeptieren, dass Sie jetzt nicht mehr hundert Patienten in der Haushaltspraxis sehen müssen sondern das Fünfundzwanzig völlig in Ordnung sind.
00:27:58: Das ist Schweizer Standard zwanzig-fünfundzwanzig und da gibt's massive Reibungen weil die einfach das Gelernte weiter tun auch aus dem Gefühl heraus wenn ich keine Hundert Patienten am Tag hatte Dann bin ich kein guter Arzt.
00:28:16: Wenigswerte?
00:28:18: Ja, es geht sehr viel um ... Ich will ja Menschen helfen und wenn ich weniger Menschen helfen kann, weniger operieren kann dann ist das sehr schwierig weil niemand widerspiegelt dass das auch was wert ist sondern in Deutschland höre ich halt nur, du warst zu schnell, zu langsam.
00:28:40: ein OP weniger kostet uns so und so viel.
00:28:43: Das heißt, der Wert wird mir ja regelmäßig aufs Brot geschwert mit Kommarzeichen und Euro.
00:28:52: Und das ist natürlich dann sehr gefährlich sich nur darüber zu definieren weil in Kern – das weiß jeder Mediziner, jede Medizinerin – dass hält dein Körper nicht ein Leben lang aus.
00:29:07: Das ist einfach so!
00:29:09: Nee wenn du nicht... Ich sag jetzt mal, wenn du nicht bestimmte Voraussetzungen mitbringst.
00:29:13: Also eine gewisse ... wie soll ich das ausdrücken?
00:29:17: Auch eine gewissen Härte, ein großes Disziplin.
00:29:23: Wenn du eben dich einfach nicht ... Wenn du schaffst, dich diesem System komplett zu ergeben und einfach als Arbeitstier da durchgehst...
00:29:34: Aber selbst da kann niemand garantieren, dass dein Körper das durchhält!
00:29:38: dass du nicht irgendwann eine Krankheit bekommst, das dein Körper irgendwann sagt jetzt will ich nicht mehr.
00:29:45: Die Garantie hast du dann ja auch nicht.
00:29:47: also da wäre ich halt vorsichtig, wir schieben das immer so vor uns weg und ich hatte das die Tage ganz konkret.
00:29:59: in der Medizin hat man oft das Gefühl es muss erst richtig krachen Es muss erst wirklich weh tun.
00:30:06: Das ist ehrlich gesprochen nicht nur in der Medizin so, ich bin Politikwissenschaftler ausgebildet und da hat man sich auch die Frage gestellt.
00:30:14: Wir wissen ja viele Dinge gesellschaftlich aber warum ändern wir sie nicht?
00:30:19: Historisch gesehen gibt es ganz wenige Gesellschaften, die Dinge erkannt um geändert haben sondern es ist in der Katastrophe geändert und dann hat man's geändert.
00:30:29: Das ist menschlich in uns drinne.
00:30:32: Und ich hatte die Tage Ich hatte noch einen anderen Podcast, eine Audio-Kolumne bei einem anderen Podcast und da ging es so darum.
00:30:41: Was kannst du denn jeden Tag ändern?
00:30:43: Um das Gefühl wiederzubekommen, kann ich was ändern oder bin nicht nur Teil vom System.
00:30:49: Kann ich etwas ändern?
00:30:51: Die Aufgabe war ganz trivial.
00:30:52: Ich hatte gesagt, ich reduziere mein Kaffeekonsum innerhalb von vier Wochen dann kommt der nächste Podcast.
00:30:58: Jeder konnte sich was aussuchen.
00:31:01: Ich hatte kurz nach der Aufnahme einen Termin bei meiner Zahnärztin und dann meinte sie, oh Herr Werner das wäre nicht zwei Routinen untersuchen.
00:31:09: Wir sehen uns die nächsten Tage öfters.
00:31:14: In dem Moment hat es einfach verdammt wehgetan körperlich also die Eingriffe am Zahn.
00:31:21: Es hat im Portemonnaie weh getan Und ist vielmehr auf einmal wunderbar schnell ganz einfach auf den schlechten Kaffee im Büro zu verzichten.
00:31:31: Das, was mir vorher extrem schwierig fiel und ich immer das Gefühl hatte, ich muss auf den Kaffee fast komplett zu verzichten.
00:31:38: Und wenn einen guten zu trinken?
00:31:42: In dem Fall habe ich halt die direkte Rückmeldung.
00:31:45: Ich hab dafür bezahlt!
00:31:47: Ich habe vorher etwas gespart.
00:31:49: Jetzt kommt die Rechnung im Form von Gesundheit- und Finanzkosten.
00:31:54: Da wir das immer erst sehen, wenn es so spät ist, fällt uns das Handeln so schwer... Und ich glaube, es ist für jeden einfach eine ganz, ganz wichtige Entscheidung sich zu überlegen.
00:32:06: Ja!
00:32:06: Ich bin Arzt und Ärztin geworden aus absoluter Überzeugung.
00:32:10: Felsenfest überzeugt sonst würde keiner den Weg schaffen.
00:32:15: Aber ich bin in einem System und ich bin immer noch ein Mensch mit seinen Bedürfnissen und Wünschen.
00:32:22: Und die darf ich auch wahrnehmen weil das geht auch um meine Gesundheit.
00:32:27: In der Feuerwehr, in der Polizei, Divise Nummer eins Unfallort sichern.
00:32:33: Erst dann geht es um die Versorgung der Patienten und wir hatten eine Feuerwehrübung hier, die haben das gemacht.
00:32:41: Der erste Anschiss, wir standen daneben ihr habt die Wandreiecke nicht aufgestellt.
00:32:47: Leute wenn euch jemand ins Feuerwehrauto reinfährt was passiert denn?
00:32:52: Ihr seid verletzt!
00:32:53: Ihr müsst den Unfall versorgen, ihr könnt den Brandnicht löschen und die Leute nicht retten.
00:32:57: Und das finde ich gut wenn da jeder in seinen Möglichkeiten irgendwo anfängt und sagt, ja ich kann nur Arzt sein oder Ärztin sein wenn mir das gut geht.
00:33:10: Und die Patienten um die es hier geht merken das extrem und deswegen sind auch glaube ich viele Ärzte und Ärztinnen dann in der Schweiz sehr glücklich weil sie die Rückmeldung der Patienten bekommen.
00:33:25: denn die Wertschätzung kann man nicht spielen also auch von Arztseite her nicht spielen.
00:33:31: Wenn man ein guter Arzt ist und das lebt, kommt automatisch die Wertschätzung von den Patienten.
00:33:37: Und es macht was mit den Ärzten.
00:33:39: Das ist das, was ich dann auch sehr viel höre.
00:33:43: Dass genau das ist, was halt fehlt geht nicht nur um Geld und Ressourcen.
00:33:48: Es geht so um vermeintlich einfache Dinge wie ein Dankeschön oder eine Karte.
00:33:56: Heute geht's dir nicht gut vom Vorgesetzten.
00:33:57: Geh doch mal eine halbe Stunde eher heim.
00:34:02: Schön!
00:34:03: Ja, also es ist schon fast ein schönes Schlusswort.
00:34:06: Worum's geht?
00:34:07: Es geht um den Menschen und Wertschätzung.
00:34:09: Und ja... Jetzt haben wir ein bisschen weniger über die Schweiz an und für sich gesprochen, ob die Schweiz das wirklich alles so hergibt.
00:34:17: Du hast ja mal im Vorgespräch... Im Vorgespruch hast du gemeint, dass du aber auch manchmal in deiner Arbeit mit dem Schluss kommst, dass nicht jeder
00:34:28: für
00:34:29: die Schweiz geschaffen ist aus persönlichen Gründen.
00:34:35: Was sind das für Punkte, wo du dich dann dazu bringen, dass du zu so einem Schluss
00:34:39: kommst?
00:34:43: Also es ist die Mehrheit der Fälle muss ich sagen.
00:34:47: Es hängt wahrscheinlich damit zusammen, dass bei vielen zum einen das Interesse extrem groß ist an der Schweiz aber so der Plan das wirklich zu machen noch gar nicht da ist.
00:35:02: Heute ein schlechtes Gespräch mit meinem Chef, heute spreche ich mal mit Martin von Dorfskoswiss.
00:35:07: Aber es ist noch so, dann kommen so klassische oft bei Männern und sagen ja jetzt haben wir gesprochen.
00:35:14: was sagt denn ihr Frau zu den ganzen Plänen?
00:35:17: Ja die weiß noch nix.
00:35:19: da sage ich ungünstig bevor man das nächste Mal sprechen sprechen sie mit ihrer Frau oder im nächsten Gespräch ist ihre Frau mit dabei.
00:35:27: also was man halt einfach beachten muss zum einen sind es Karriere Fragen also die rein am Job bezogen sind.
00:35:35: Es ist nicht so einfach eine leitende Stelle oder eine Chefarztposition in der Schweiz zu bekommen, es ist verdammt schwierig Assistenzarztstellen in der schweiz zu bekommen.
00:35:45: Also da muss man einfach gucken was das die Erwartung?
00:35:48: Oder kann ich das was ich suche auch in der Ausbildung teilweise nicht besser woanders bekommen?
00:35:55: gibt es der Schweizer Arbeitsmarkt überhaupt her?
00:35:59: dazu gehört auch das Thema Lohn.
00:36:03: Die Schweizer sind noch lange oder noch lange nicht an dem Punkt, wo sie alle Löhne bezahlen wie das teilweise im Ausland gemacht wird.
00:36:11: Sondern ist es Wettbewerb um die Stellen teilweise, die da sind?
00:36:18: Und die anderen Punkte sind halt sehr stark so auf der persönlichen Ebene.
00:36:25: Es geht um die Frage Wo fühle ich mich wohl?
00:36:27: Wo sind meine Freunde?
00:36:29: Wo Sind die Eltern, die ich vielleicht pflegen muss?
00:36:32: Wo hat der Partner die Partnerinnen Job?
00:36:36: Was möchte ich für meine Kinder?
00:36:37: Wir haben ein komplett anderes Schulsystem in der Schweiz.
00:36:41: In der Schweiz gehen knapp zwanzig Prozent machen nur Abitur, also deutlich, deutlich sedektiver als im Deutschland und es ist diese Urangst wo wir früher halt mal drüber gesprochen haben.
00:37:01: Auswandern hat.
00:37:03: das erzeugt sehr viel Respekt.
00:37:06: Ich brauche verdammt viel Mut, das durchzuziehen.
00:37:09: Denn was wir machen ist ja maximal Licht in das Dunkel zu bringen... ...in der Vorbereitung der Auswanderung.
00:37:18: Also wirklich auf menschliche und auch auf Faktenbasis zu gucken passt die Schweiz nicht.
00:37:24: des Zutreuz wird er im Moment kommen wo die Personen sagen muss okay wir kündigen jetzt den Job Wir kündigend die Wohnung wir verkaufen vielleicht unser Haus Und in dem moment Also ich kann da keine Garantie fürgeben, dass es funktioniert.
00:37:40: Das wird sich erst zeigen wenn man gut vorbereitet ist.
00:37:45: ja ist die Wahrscheinlichkeit deutlich höher als wenn man nicht vorbereitet reingeht.
00:37:50: aber genau wissen wir auch erst wenn wenn man's macht und da merkt man das das vielen halt sehr viel abverlangt weil trotz aller Umstände man halt sehr sehr viel verliert.
00:38:08: Und es geht einem, auch wenn man jammern und wenn nicht alles gut ist.
00:38:13: In Deutschland immer noch so gut dass oft die Diskussion nicht so klar ist.
00:38:20: Wenn ich einen albanischen Arzt habe und sage hey ich hätte eine Stelle für sie wir... Alles kein Problem das Sie nicht in der Europäischen Union sind und sowas.
00:38:28: Der fängt die nächste Woche an.
00:38:30: Das setzt sich im Flugzeug nimmt den Job weil er in Albanien zweihundertfünfzig dreihundert Euro verdient.
00:38:37: ein anderer Leidensdruck.
00:38:40: Und in Deutschland haben wir eben oft oder im europäischen Ausland halt immer noch auf die Abwägung, ich habe ja etwas und das ist per se gar nicht so schlecht wie es immer da steht.
00:38:51: Das muss man auch mal sagen.
00:38:53: Es gibt im Gesundheitswesen und im Sozialstaat in Deutschland Dinge, die kann die Schweiz nicht bieten und die sieht man erst wenn's darum geht das Mal zu vergleichen um zu sagen okay ist es denn für mich ok dass ich in der Schweiz keine zwei Jahre Mutterschutz habe, wenn die nächsten Kinder kommen.
00:39:14: Und das sind wichtige Entscheidungen, deswegen würde ich nie sagen besser oder schlechter?
00:39:21: und bei mir in den Beratung ist es halt schon regelmäßig so, dass man vom Seiten des Arztes dann auch sagt okay jetzt haben wir uns da informiert, jetzt haben ein klares Bild Jetzt nicht?
00:39:35: Oder später oder dass ich eben auch sage nachher, auf die und die Punkte würde ich schon noch achten.
00:39:40: Überlegen Sie sich das genau?
00:39:41: Ich kann funktionieren!
00:39:44: Wir werden sehen.
00:39:48: Und das ist für mich – so muss ich es aber formulieren – auch total in Ordnung.
00:39:54: Eine Entscheidung zu sagen wir gehen nicht in die Schweiz ist für mir Teil der Beratung weil wenn wir in der Beratsung herausfinden Dass es das nicht ist, spart sich der Arzt und die Ärztin extrem viel Zeit und extrem viel Geld in die falsche Richtung zu rennen.
00:40:17: Und kann die Energie benutzen um zu sagen okay was kann ich denn zum Beispiel in Nürnberg ändern?
00:40:24: Was gibt's denn?
00:40:24: Gibt es einen anderen Arbeitgeber?
00:40:26: Kann ich mein Pensum reduzieren?
00:40:29: Gehe einfach mal ein halbes Jahr auf mit der Familienurlaub.
00:40:33: Es gibt diese Optionen und ich finde gerade wenn man wenig Zeit hat als Arzt oder Ärztinnen und extrem zeitlich eingebunden ist, ist es oft besser eine schnelle klare Entscheidung zu haben.
00:40:45: Und dann den nächsten Procken anzugehen und zu sagen okay was machen wir jetzt?
00:40:49: Was ist die nächste Option für mich oder die
00:40:51: Familie?"
00:40:52: Und nicht zu sagen ich habe schon fünf Jahre über die Schweiz nachgedacht um diesen Möglichkeiten hinterherzutrauern, wo sind sie?
00:41:05: Was haben Sie dir gebracht?
00:41:06: Nix!
00:41:06: Also die haben dir vielleicht noch schlaflose Nächte gekostet, weil du dich ärgerst und sagst mir wär ich damals in die Schweiz gegangen.
00:41:13: Vorbei Geschichte.
00:41:15: es zählt die Entscheidung jetzt und eine Handlung jetzt oder die von morgen.
00:41:21: Und dann ist das völlig okay wenn man sagt nein Deswegen sage auch nicht jeder passt in die schweiz und nicht jeder sollte in die schwitz.
00:41:32: Es muss individuell passen.
00:41:35: Herzlich gerne.
00:41:36: und wenn nicht, andere Lösungen suchen.
00:41:40: Genau!
00:41:40: Also andere Lösungsungen wie man es hier besser macht oder?
00:41:44: Die meinst du die Spritzen?
00:41:45: Ja genau für sich ein besseres Arbeitsumfeld gestalten
00:41:48: kann.
00:41:49: Ja genau also.
00:41:52: wir hatten's im Vorfeld besprochen und Kollege von mir hat einen schweren Unfall gehabt.
00:41:57: Es gibt so Momente in dem Leben da bin ich sehr erstaunt.
00:42:01: Er hatte jetzt einen fronesischen Arzt der hat sich informiert über den Schweiz Und er wollte sein Pensum von hundert auf fünfzig Prozent reduzieren.
00:42:11: Das ist ein Riesenschritt, also für einen... Ich spreche jetzt mal als Mann.
00:42:16: bin ich vielleicht falsch?
00:42:18: Für den Mann ist das ein Riesen-Schritt weil wir noch viel stärker auf dieses ...Ich muss für die Familie liefern!
00:42:26: Ich bin nur was wert wenn ich Geld nach Hause bringe.
00:42:30: Weil uns genetisch nicht so der Bezug zu den Kindern und so gleich ist wie Frau.
00:42:34: Ist ja meine Meinung Für ihn, um fünfzig Prozent runtergehen ist immens.
00:42:39: Wir haben gesprochen und der Hintergrund ist schwerer medizinischer Notfall in der Familie.
00:42:48: Sie krempeln gerade ihr komplettes Leben um.
00:42:50: Seine Frau geht mit den Kindern aus Deutschland zurück nach Tunesien.
00:42:55: Weiß nicht genau was es war.
00:42:56: Angehörige pflegen sich drum kümmern.
00:42:58: Er möchte fünfzig prozent arbeiten.
00:43:01: sie haben das ausgerechnet Fünfzig Prozent Reichen für Tunesian um jetzt erstmal das nächste, ein zwei Jahre da zu überbrücken.
00:43:09: Und er möchte einfach was finden... Was ihm das finanziell ermöglicht?
00:43:13: Er möchte zwei Wochen arbeiten dann zwei Wochen nach Tunesien und wieder zurück.
00:43:19: Das kann auch eine Lösung sein!
00:43:20: Also wenn es hart auf hart kommt und du stehst abend... Heute wirstest, heute ist dein letzter Tag.
00:43:31: Du würdest nicht deinen Kindern oder dir Erzählen und sagen, okay jetzt ist es vorbei.
00:43:37: Aber weißt du damals?
00:43:40: twenty-sixundzwanzig da habe ich mein Pensum von hundert auf achtzig Prozent reduziert.
00:43:45: Das war lebensentscheidend.
00:43:47: Du würdest aber vielleicht dein Enkeln oder deinen Kindern am Sterbebett sagen hey Weißt du noch?
00:43:53: zwanzigzechsundzwantig Da haben wir diesen geilen Urlaub gemacht.
00:43:58: Kinder waren vielleicht noch nicht in der Schule.
00:43:59: Wir waren drei Monate Marokko surfen Und deine Kinder würden dich angucken Du hättest das Augen in den Lächeln.
00:44:07: Und keiner in dem Raum würde sagen, ja aber Papa!
00:44:10: In den drei Monaten hast du kein Geld verdient.
00:44:13: und ich glaube da muss man sich dann auch manchmal so wirklich diese Frage stellen was sind das Verlösungen?
00:44:21: Was ist es mir halt wert nicht irgendwann dazustehen und zu sagen hätte ich's mal gemacht, hätte ichs mal probiert?
00:44:30: und ganz ehrlich Medizinerin Geh doch mal auf die Straße und frag hundert Leute, ob sie mit dir tauschen würden.
00:44:44: Neunundneinzig wird man mit dir Tauschen!
00:44:46: Und zwar aus einem Grund du hast eine Jobgarantie.
00:44:50: Du findest ein Job wenn du jetzt gehst.
00:44:53: Guck dir die wirtschaftlichen Verhältnisse momentan an.
00:44:55: Wir haben Massenentlassungen, wir haben Pensumsreduktion was auch immer Wirtschaftliche Notwendigkeiten Die andere Leute nie in diese Position bringen könnten diese freie Wahl zu treffen.
00:45:08: Und das ist ein Privileg.
00:45:10: Da darf man schimpfen oder soll mal schimpften, wenn Dinge schlecht sind und die sind teilweise schlecht auch in der Schweiz da darf man sich gegen auflehnen nur so verändert sich was aber ja auch etwas machen weil es ist ein priviläge um.
00:45:31: dass darf man ausleben in alle richtungen Auch wenn alle sagen, es funktioniert gerade nicht.
00:45:41: Es ist immer noch ein Privileg und ich glaube die Ärzte wissen das auch – es geht manchmal verloren!
00:45:47: Gott sei Dank haben wir nicht das erste Schlusswort genommen sondern nehmen das als vollmeinante Schlusswort.
00:45:52: Vielen Dank Martin für deine Einblicke, für deine Erfahrungen an denen du uns hast teilhaben lassen.
00:45:58: Das war sehr spannend und ja wie immer alle Infos zu deiner Arbeit und zu dir als Person gibt's unten in den Show Notes.
00:46:09: Ich sag vielen Dank für deine Zeit und gerne mal wieder.
00:46:14: Und ich sage danke für den Raum, mal über diese Themen sprechen zu dürfen!
00:46:18: Es geht auch uns so dass wir manchmal den Raum brauchen solche Dinge anzusprechen.
00:46:22: Danke Diana.
00:46:23: Danke.
00:46:25: Puh das war jetzt ein ganz schöner Diebteif und eine wie ich finde sehr spannendes Gespräch mit Martin Werner.
00:46:31: Ich finde es ist deutlich geworden die Schweiz kann eine großartige Chance sein aber sie ist kein Allheil mittel gegen Frust wenn man sich nicht vorher über seine eigenen Ziele
00:46:40: klar geworden
00:46:41: ist.
00:46:42: Einfach nur wegzulaufen reicht eben nicht aus, werdet zum Gestalter deiner Karriere indem du dir bewusst aussuchst unter welchen Bedingungen du arbeiten möchtest – egal in welchem Land!
00:46:51: Denn die eigene Haltung nimmst Du über jede Grenze mit.
00:46:55: Alle Infos zu Martin Werner.
00:46:57: Zu seinem LinkedIn-Profil, zu seiner Webseite, zu deiner Arbeit findet ihr unten in den Shownotes oder habe ich alles für euch verlinkt und wenn dir diese Folge gefallen hat dann teile sie doch wahnsinnig gerne.
00:47:08: es gibt bestimmt noch mehr Menschen in deinem Umfeld für die diese Themen auch relevant sein könnten.
00:47:14: lasst mir außerdem super gerne eine Bewertung bei Spotify oder Apple Podcasts da das hilft dem Club der Gestalter noch mehr menschen im Gesundheitswesen zu erreichen.
00:47:22: Besuch mich auch gerne auf meiner Webseite oder verbindet dich mit mir auf Instagram und linked in für tägliche Impulse rund um die Themen Praxis, Kultur und Selbstgestaltung.
00:47:31: Und nun sage ich vielen Dank fürs Zuhören!
00:47:33: Bleibt mutig und ich sag einfach Tschau bis zum nächsten Mal.
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