Gestaltungsraum Pflegeheim: Zwischen Effizienz-Druck und menschlicher Integrität.

Shownotes

Wie viel „Normalität“ verträgt ein System, das auf Effizienz getrimmt ist? In der zweiten Folge vom Club der Gestalter spricht Annette mit der Pflegeheimexpertin Michaela Küpper. Mit über 30 Jahren Erfahrung in der Langzeitpflege zeigt Michaela, dass Gestaltungswille keine Frage der Hierarchie, sondern der inneren Haltung ist.

Wir beleuchten, warum die tägliche Routine oft zur Falle wird und wie uns die eigene Beobachtungsgabe dabei hilft, den „Antisatz“ (Das haben wir schon immer so gemacht) nicht nur zu entlarven, sondern aktiv zu überschreiben. Ein tiefgehendes Gespräch über die Rückeroberung der fachlichen Souveränität und die Kunst der echten Begegnung.

Die Kernthemen:

Die Macht der Beobachtung: Warum präzises Hinschauen der erste Schritt zur Veränderung ist.

Kommunikation als Werkzeug: Wie wir durch Spiegelung und Wertschätzung Druck aus dem System nehmen.

Mut zur Normalität: Warum wir uns die Freiheit nehmen müssen, starre Abläufe zu hinterfragen.

Resilienz durch Gestaltung: Wie man über drei Jahrzehnte die Begeisterung für das System Pflegeheim behält.

Mehr von Michaela Küpper:

Website: www.pflegeheim-ratgeber.de

Instagram: @pflegeheimratgeberin

Literaturempfehlungen von Michaela Küpper:

Buch 1: Die Entscheidung: Pflegeheim - Praktischer Ratgeber

Buch 2: Die Fürsorge-Falle: Wenn Eltern Pflege brauchen

Werde Teil des Clubs der Gestalter: Hat dir diese Folge einen neuen Blickwinkel eröffnet? Dann unterstütze uns und gestalte mit:

Abonniere den Podcast auf deiner Lieblingsplattform.

Lass ein Like da oder teile deine Gedanken zur Folge.

Website: www.annetteszabo.de

LinkedIn: Annette Szabó

Instagram: @annette.szabo

Jetzt reinhören und vom Rädchen zum Gestalter werden!

Transkript anzeigen

Annette Szabó: Was passiert, wenn über 30 Jahre geballte Pflegeheimerfahrung auf den unbedingten Willen zur Gestaltung treffen? Heute ist Michaela Küpper zu Gast, eine Frau, die das System Pflegeheim nicht nur von innen kennt, sondern es täglich neu ordnet. Sie verrät uns, wie sie ihre Beobachtungsgabe und Kommunikation nutzt, um starre Abläufe zu knacken und echte Menschlichkeit zurückzuholen. Sie gibt uns Einblicke in ihren Arbeitsalltag und sie zeigt dir, warum du kein Opfer der Umstände sein musst, wenn du lernst, die richtigen Hebel zu bewegen. Das alles gibt es gleich, aber jetzt starten wir erst mal so richtig los!

(Intro-Musik)

Annette Szabó: "Das haben wir schon immer so gemacht." Ein Satz, den wirklich jeder im Gesundheitswesen schon mal gehört hat und der nur eines bedeutet: Stillstand. Aber wir wollen nicht mehr einfach nur funktionieren und Opfer des Systems sein. Deshalb schmeißen wir hier im Club der Gestalter alte Muster einfach aus dem Fenster. Hier geht es ums Anpacken, ums Verändern – für dich, dein Team und deine Patienten, damit der Job wieder Spaß macht und nicht nur Nerven kostet. Ich bin Annette Szabó und nun wünsche ich dir ganz viel Spaß bei dieser Folge.

Hallo Michaela, ich freue mich wirklich sehr, dass du dir heute Zeit nimmst für meinen Podcast und heiße dich ganz herzlich willkommen. Du warst für mich, als ich mir die ersten Gedanken zum Podcast gemacht habe, die erste Wunschkandidatin auf meiner Liste. Muss ich wirklich so sagen.

Michaela Küpper: Wow! Hallo Annette erst mal. Das geht ja gut los, danke schön.

Annette Szabó: Ja, total. Wie das kommt: Weil du in einem Bereich arbeitest, der einen großen Bereich einnimmt im Gesundheitswesen, weil du sehr viel Expertise mitbringst und ein so angenehmer Mensch bist.

Michaela Küpper: Ja, ich bin die Michaela, Michaela Küpper. Ich bin 55 Jahre alt und seit meinem 18. Lebensjahr tatsächlich in der Pflege unterwegs. Ich habe 1988 meinen Fuß als Schülerin im Ferienjob ins Pflegeheim gesetzt und bin da nicht mehr rausgegangen sozusagen. Ich liebe die Lebensgeschichten von Menschen, ob alt oder jung. Ich habe dann irgendwann Pflegemanagement studiert und bin seit vielen Jahren im Management von Pflegeeinrichtungen unterwegs. Ich habe über 20 Jahre Einrichtungen geleitet und bin jetzt seit zwei Jahren Sachbereichsleitung und da gerade zuständig für sieben Pflegeheime.

Michaela Küpper: Ich habe in der Corona-Pandemie... ich hatte die totale Lebenskrise, unabhängig von der Pandemie. Eine Methode für mich war tatsächlich, zu Beginn zu schreiben. Man war ja nur noch mit negativen Schlagzeilen konfrontiert und persönlich, gesundheitlich und auch familiär war ich das auch. Ich habe dann angefangen, meine Erfahrungen erst mal zu Papier zu bringen und habe so gedacht: Was verbindet die Menschen, die zu uns ins Heim kommen? Und zwar nicht nur die Bewohner und Bewohnerinnen, sondern vor allem deren Angehörige. Und die kommen alle mit einem schlechten Gewissen.

Michaela Küpper: Dann hat man oft Menschen vor sich sitzen, die sehr an der Entscheidung zweifeln oder so sagen: "Ach Mutter, kannst ja hier erst mal Urlaub machen." Wo man sagt: Hm, das ist kein Urlaub, das ist eigentlich die Gestaltung eines neuen Lebensabschnitts.

Annette Szabó: Das ist dann schon so deine Erfahrung, dass die Menschen da, also weder die Angehörigen noch auch die Patienten selbst, da oft gar nicht drauf vorbereitet sind auf diesen neuen Lebensabschnitt, oder?

Michaela Küpper: Überhaupt nicht. Also da beschäftigen sich die wenigsten mit. Meine Vorstellung meines letzten Lebensabschnitts ist schön zu Hause und noch weiter denkt man: Na ja, vielleicht falle ich eines Tages tot um oder werde nicht mehr wach. Ich möchte niemandem zur Last fallen, ich möchte selbstbestimmt leben bis ins hohe Alter oder eben bis zum Schluss.

Annette Szabó: Ich denke auch ein sehr angstbehaftetes Thema, ne? Das ist auch ein Thema in der Außenwirkung. Man hört ja eigentlich nur schlechtes.

Michaela Küpper: Genau. Über das Gute, was da vielleicht passiert oder was da möglich ist oder wie man das schön gestalten kann, darüber wird ja nicht gesprochen. Es werden auf jeden Fall Fehler passieren, die hoffentlich nicht lebensbedrohlich sind. Aber mein Seidenblüschen kommt in die Wäsche... dann landet das in so einer Großwäscherei und kommt in Miniatur zurück und die Bluse, die liebe ich über alles... dann stehst du schon da. Erster Fehler. Dann schmeckt das Essen nicht. Man trifft auf sehr viele Menschen, sowohl natürlich die Mitbewohner, die auch alle ihre Erkrankungen haben, wo einem die eine oder andere Nase nicht passt. Und beim Personal ist das ja auch so. Es geht ja immer um Chemie, ne?

Michaela Küpper: Meine Mutter ist in diesem Jahr in betreutes Wohnen gezogen. Das heißt, sie hat eine eigene Wohnung und kann da an einer Gemeinschaft teilnehmen. Und das hat sie einmal gemacht und dann hat sie mich hinterher angerufen und hat gesagt: "Ich gehe da nicht mehr hin." Ich sag: "Warum gehst du da nicht mehr hin?" – "Da sind nur alte Menschen." – "Ach ja? Wie alt bist du?" – "82." – "Ach ja, das ist natürlich deutlich jünger, natürlich." So, verstehst du? Jeder hat von sich selber ja ein ganz anderes Bild und sieht dann eben auch so die Gebrechen der anderen und das ist ja auch angstbehaftet. Komme ich da auch noch hin? Brauche ich dann auch noch mehr Hilfe?

Annette Szabó: Wenn man sein Leben neu einrichten muss, da seid ihr ja im Pflegeheim eigentlich... es ist ja noch mal viel, viel intensiver. Ihr versucht, die an die Hand zu nehmen und ein Leben mit denen aufzubauen, einen Lebensabschnitt zu gestalten. Und das ist eigentlich das Persönlichste überhaupt. Auf einer Skala von eins bis zehn: Was für einen Stellenwert hat da Kommunikation für dich?

Michaela Küpper: Eine Zehn. Das ist ja in jedem Lebensabschnitt... ohne Kommunikation ist alles. Wir wissen ja, man kann nicht nicht kommunizieren. Das ist alles. Und wir wollen auch alles wissen. Das ist für uns zum Beispiel bei einem Menschen mit Demenz... nachmittags um halb fünf, fünf wird derjenige unruhig. Der ganze Tag ist super und um die Uhrzeit geht's richtig zur Sache. Der steht auf und geht los. Ja, warum? Halb fünf war Feierabend.

Annette Szabó: So eingeschliffen, ne?

Michaela Küpper: Ja, zu wissen: Was war denn der Beruf? Womit hat sich derjenige denn beschäftigt? Wenn du gerade in der Phase lebst, wo du dich selber noch als berufstätigen Menschen erlebst und erinnerst... ja, dann bist du vielleicht gerade wieder der 53-jährige Anstreicher, der um halb fünf Feierabend hat, nach Hause geht und sein Bier öffnet. Oder vielleicht die Hausfrau... damals war das Leben eben so getaktet, dass meistens die Frauen zu Hause waren und weiß ich nicht um 13:00 Uhr das Essen auf dem Tisch stehen musste, weil die drei Kinder nach der Schule nach Hause kommen. Deswegen ist jede Information unglaublich wichtig und Gold wert. Ganz besonders schwierig wird's natürlich im Rahmen der Körperpflege. Da ist ja in der Regel keiner dabei. Jeder hat ja so seinen routinierten Ablauf, seine Handgriffe in der Körperpflege. Und wehe wenn nicht! Dann ist der Tag ja eigentlich schon gelaufen.

Annette Szabó: Jetzt höre ich dir so zu und alles was ich mir denke ist: Kostet Zeit, kostet Zeit, kostet Zeit. Wie schafft man das? Also wie sensibilisiert man sich selbst, wie sensibilisiert man vielleicht auch das Team, sich die Zeit zu nehmen? Bildet man da Strukturen innerhalb vom Team? Das stelle ich mir unglaublich schwierig vor.

Michaela Küpper: Also ich glaube, in dem Bereich zu arbeiten, du brauchst Herz und Verstand. Ich bin jetzt mal sehr provokant: Ich glaube, viele, viele unserer Probleme sind hausgemacht und liegen in unserem eigenen Berufsstand. Wir arbeiten von Abläufen her immer noch so, wie ich damals angefangen habe. Müssen wir wirklich morgens um sechs Uhr oder um halb sieben anfangen und alle waschen? Wer sagt das eigentlich? Sagen das die Bewohner oder ist das eher die nachfolgende Schicht? Da eine größere Normalität hinzubekommen, das ist uns flächendeckend in der Langzeitpflege bisher nicht gelungen.

Annette Szabó: Hast du auch manchmal das Gefühl... manche haben es sich in der Pflege auch so ein bisschen bequem gemacht in diesen alten Rollen, in diesen alten Mustern? Man bewegt sich nicht gern. Alles neue von außen wird erst mal grundsätzlich skeptisch betrachtet und abgewertet.

Michaela Küpper: Du, es kommt keiner und verändert das. Die Menschen, die über uns uns die Rahmenbedingungen schaffen, die kommen ja nicht aus der Pflege. Das sind Ärzte, das sind Sozialwissenschaftler. Die wenigsten kommen doch nicht aus der Pflege. Wenn wir nicht selber für uns sorgen, das tut keiner. Und dann kann man eben auch noch die hauswirtschaftlichen Versorgungen den Pflegekräften geben und noch die Betten auswaschen... und gleichzeitig haben wir aber bitte Professionalisierung. Das passt ja alles nicht zusammen.

Michaela Küpper: Die Menschen, die zu uns kommen und sagen: "Ich möchte gerne Pflegefachfrau oder Pflegefachmann werden", die sagen immer noch: "Ja, ich möchte den Menschen helfen, ich möchte die begleiten." Dass wir Vorbehaltsaufgaben in der Pflege haben und dass es um die Steuerung des Pflegeprozesses geht, das weiß überhaupt keiner, was das ist, wenn er sich für die Ausbildung bewirbt.

Annette Szabó: Ich finde auch, es kann nicht ein Output generiert werden, wo die Menschen sensibel gemacht werden für die Menschen, wenn ich selber in der Ausbildung keine Zeit und Empathie für die Auszubildenden habe. Ich muss es ja erleben. Ich muss doch als Auszubildender einfach mal erleben, wie es ist, wenn sich da jemand professionell verhält.

Michaela Küpper: Wir haben heute noch an unserem Ausbildungskonzept gearbeitet. Ein Punkt darin ist der erste Tag, wenn die zu uns kommen. So, und dann muss man da tatsächlich reinschreiben: Der erste Tag beginnt um acht oder um neun Uhr. Bitte nicht um 6:30 Uhr mit "Juhu, ich habe noch zwei Hände und jetzt hier bitte, hast du eine Liste und dann mach mal hier deine fünf Leute", sondern der erste Tag dient ausschließlich dazu, die Einrichtung kennenzulernen. In vielen Einrichtungen funktioniert das, aber eben auch nicht in allen. Und dann muss man dranbleiben und immer wieder sagen: "Leute, das ist unsere Zukunft."

Annette Szabó: Wie gehst du persönlich selber mit solchen Situationen um? Was stärkt dich in solchen Situationen?

Michaela Küpper: Das Wissen darüber, dass da oft was ganz anderes dahintersteht. Manchmal taucht dann plötzlich so ein Satz auf: "Ich glaube, ich habe hier nicht die richtige Entscheidung getroffen, dass sie jetzt hier ist." Das zeigt ja, wir haben nicht das Vertrauen. Wie können wir gemeinsam als Teamleistung dafür sorgen, dass derjenige sich mehr und mehr entspannen kann? Das heißt auf der einen Seite, mir erst mal viel Zeit zu nehmen. Nicht zwischen Tür und Angel, sondern wirklich viel Zeit einzuräumen.

Michaela Küpper: Meine Empfehlung ans Team ist immer: Genau auf diese Menschen zugehen. Immer schon begrüßen und immer schon eine Info mitgeben: "Mensch, hallo Herr Meyer, Ihre Mutter hat heute das und das gemacht." Nicht in die Kommunikation gehen, wenn's schwierig ist, sondern jeden aktiv begrüßen und schon vom Tag des Angehörigen zu berichten. Dann sind natürlich auch Krisengespräche leichter.

Michaela Küpper: Wie oft habe ich gesagt bekommen: "Also, was ich Ihnen jetzt hier sage, da dürfen Sie bitte nicht drüber sprechen, sonst kriegt meine Mutter nur noch mehr Probleme." Und das aufzubrechen und zu sagen: "Können wir uns darauf einigen, dass es uns allen darum geht, dass es Ihrer Mutter hier bei uns gut geht? Welche Erwartung haben Sie? Können wir diese Erwartung erfüllen? Wir können nicht 24 Stunden neben Ihrer Mutter sein. Wie können wir gemeinsam einen Plan machen und im Gespräch bleiben? Und zwar nicht nur in so einer Krise, wenn wieder was schiefgelaufen ist, sondern immer im Alltag."

Annette Szabó: Also der professionelle Aspekt ist auch, dass ich hinter das aufgebrachte Gebaren des Angehörigen schaue, dass ich das als ein Bedürfnis oder als eine Angst erkenne. Und dass wir im ersten Schritt erst mal ihn wahrnehmen. Spiegeln: "Meine Güte, Sie sind aber aufgebracht. Was ist passiert?"

Michaela Küpper: Genau. Und das klassische Spiegeln: "Meine Güte, Sie sind aber aufgebracht. Was ist passiert?" Das sind zwei Sätze, damit ist eigentlich schon "Okay" und dann geht's los.

Annette Szabó: Nicht persönlich nehmen, gell? Das ist so dann diese professionelle Haltung zu sagen: "Der meint jetzt nicht mich persönlich."

Michaela Küpper: Ja klar! Und wie oft habe ich erlebt, dass du dir ein Bein ausreißen kannst – das reicht nicht. Ich erinnere meine größte Herausforderung damals... der hat dann mit seiner Mutter die Einrichtung verlassen. Mir war klar: Ja gut, dann geht der jetzt in die andere Einrichtung im Ort – und da war er genau so unzufrieden. Es kann keiner besser seine Mutter versorgen als er. Und dann aber zu wissen, bei ihm zu Hause ging es nicht. Er war auf die Hilfe angewiesen.

Annette Szabó: Solche Situationen entstehen ganz oft dadurch, dass man sich im Vorfeld über dieses Thema nie Gedanken gemacht hat. Mit sich selber, mit seinen Angehörigen.

Michaela Küpper: Ja, jeder kennt die Situation, man sitzt am Tisch und unterhält sich. Und das ist eigentlich eine gute Gelegenheit mal zu sagen: Wie wünsche ich mir eigentlich was? Ich habe das letztens tatsächlich mit meinen Kindern gemacht und habe gesagt: "Ja, ich weiß, ihr wollt das jetzt vielleicht nicht hören, aber wann ist der richtige Zeitpunkt mal was zu sagen, wie ich mir was wünsche im Falle von Pflegebedürftigkeit oder im Falle von Tod?" Selbst wenn ich's aufgeschrieben habe, möchte der Angehörige es ja nicht erst dann erfahren, sondern mal drüber gesprochen zu haben. Dann haben zumindest die Angehörigen schon mal gehört: "Ja, so stellt sich Mutter das vor."

Annette Szabó: Ich habe das auch in einer ganz anderen Situation erlebt. Es kann auch ein Selbstschutz sein. Entscheidungen über Überleben und Tod zu treffen ist wirklich nicht schön.

Michaela Küpper: Deswegen habe ich mein erstes Buch "Entscheidung Pflegeheim" genannt. Und wenn nicht derjenige selber die Entscheidung trifft, dann wird es immer schwierig. Entweder weil die Situation zu deinen Kindern eh schwierig ist... dann hast du möglicherweise Geschwisterkonstellationen, die sich nicht einig sind, du hast finanzielle Situationen. Man darf sich eben auch gewiss sein, dass eine Familie immer teilstationär mit aufgenommen wird ins Pflegeheim. Wir bekommen alles mit.

Michaela Küpper: Wenn Klarheit herrscht und ich für mich die Entscheidung getroffen habe, was ich will, dann kann auch ein Eingewöhnen und ein Leben im Pflegeheim richtig, richtig gut gelingen. Ich habe ja auch ich weiß nicht wie viele Menschen erlebt, die ein gelingendes Leben im Pflegeheim geführt haben und einen richtig guten letzten Lebensabschnitt. Das gibt es eben auch. Und das ist richtig, da geht einem das Herz auf.

Annette Szabó: Können wir das heute als wichtigsten Tipp aus diesem Gespräch mitnehmen? Dass es wichtig ist, sich mit diesem Thema auseinanderzusetzen, frühzeitig damit auseinanderzusetzen, mit seinen Angehörigen zu sprechen? Und jetzt bist du ja eine Macherin und Gestalterin und hast deswegen zwei Bücher geschrieben. "Die Fürsorgefalle" – ich halte das mal in die Kamera – "Ich gehe auf keinen Fall ins Heim." "Die Fürsorgefalle" ist ergänzt um die ganzen ambulanten Möglichkeiten, die es auch gibt. Das Kapitel zum Pflegeheim ist auch darin, aber es gibt eben auch die Möglichkeit... ich habe immer eine Seite, wo man seine eigenen Notizen hinterlegen kann, also wo es wirklich so ein Arbeitsbuch ist. Ein Ratgeber und ein Arbeitsbuch, wenn Eltern Pflege brauchen.

Annette Szabó: Michaela, ich danke dir erst mal für diesen Einblick, dass du uns von deinen Erfahrungen berichtet hast. Es war schön. Dass so jemand dafür brennt, was er tut – das liebe ich. Vielen lieben Dank für das Gespräch.

Michaela Küpper: Ich danke dir, es war sehr kurzweilig.

Annette Szabó: Ja, Michaela hat uns heute gezeigt, wie wir uns die Souveränität im Alltag zurückholen, indem wir neben der fachlichen Routine wieder den Raum für die echten Begegnungen schaffen. Wie gesagt, alle Infos zu Michaela und ihren Büchern findet ihr alles unten in der Beschreibung. Und wenn euch die Folge gefallen hat, dann lasst mir gerne ein Like da und folgt dem Kanal. Jetzt wünsche ich euch ganz viel Spaß beim Gestalten und ich sage ganz einfach: Ciao, bis zum nächsten Mal!

Neuer Kommentar

Dein Name oder Pseudonym (wird öffentlich angezeigt)
Mindestens 10 Zeichen
Durch das Abschicken des Formulars stimmst du zu, dass der Wert unter "Name oder Pseudonym" gespeichert wird und öffentlich angezeigt werden kann. Wir speichern keine IP-Adressen oder andere personenbezogene Daten. Die Nutzung deines echten Namens ist freiwillig.