[Interview] Anna Rolf: Warum QM alles verändern kann – Von Praxis-OPs bis Führung auf Augenhöhe

Shownotes

Gemeinsam mit Anna Rolf tauchen wir tief in die Praxiswelt ein. Anna bringt jahrelange Erfahrung aus der Klinik und dem niedergelassenen Bereich mit und begleitet Praxen dabei, Qualitätsmanagement nicht als Pflichtübung, sondern als echtes Handwerkszeug zu leben.

Die Themen dieser Folge im Überblick:

  • Aufzählungs-TextWechsel aus der Klinik: Warum starre Systeme oft familienunfreundlich sind und welche Chancen der niedergelassene Bereich bietet.
  • QM neu gedacht: Wie Qualitätsmanagement als Werkzeug für Führung, Kommunikation und Prozessoptimierung genutzt wird – ganz ohne Aktenstaub.
  • OP-Strukturen & Fusionen: Worauf es ankommt, wenn Praxen eigene OP-Räume etablieren und zwei Bestandsteams zusammenwachsen.
  • Schnittstellen im Fokus: Warum die Prozesse vor und nach dem OP-Tag über Stress oder Flow im Team entscheiden.
  • Erwartungen aussprechen: Warum wir im Gesundheitswesen lernen müssen, für unsere eigenen Bedürfnisse einzustehen, statt stumm auszubrennen.

Über den Gast Anna Rolf: Anna ist gelernte OP-Schwester und Beraterin für Praxen im Gesundheitswesen. Sie hilft Teams dabei, eigene OP-Bereiche zu strukturieren, Qualitätsmanagement nachhaltig zu etablieren und auf Augenhöhe zu führen.

🔗 Links & Vernetzung mit Anna Rolf: LinkedIn: @anna-rolf Instagram: @anna.rolf_official E-Mail: anna@rolf-op-management.de Website: https://rolf-op-management.de/

🎙️ Mehr über den Club der Gestalter: Instagram: @annette.szabo Website: www.annetteszabo.de

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Transkript anzeigen

00:00:00: geht um den Inhalt, um das Herz und auch was bringen diejenigen mit.

00:00:04: Und vor allem was brauchen wir in unserem Team?

00:00:06: Genau darum geht es heute, nicht um starre Formulare oder verstaubte Akten sondern um das Herz unserer Arbeit und um die Frage was wir in unseren Teams wirklich brauchen, um gemeinsam stark zu sein.

00:00:18: Mein heutiger

00:00:18: Gast Anna Rolf ist nicht nur gelernte OP Schwester, sondern nennt sich selbst einen echten QM Freak.

00:00:25: Sie zeigt dass Qualitätsmanagement kein trockenes Papierwerk ist, sondern das perfekte Werkzeug um Struktur-,

00:00:31: Führung-

00:00:31: und Prozessabläufe in Praxen aufzubauen bis hin zu kompletten Planung und Einrichtungen eigener OP-Bereiche.

00:00:38: Das alles gibt's gleich, aber jetzt starten wir erst mal so richtig los!

00:01:08: für dich,

00:01:09: dein Team und deine Patienten.

00:01:11: Damit der Job wieder Spaß macht und nicht nur Nerven kostet!

00:01:14: Ich bin Annette Sabo

00:01:15: und nun

00:01:16: wünsche ich dir ganz viel Spass bei dieser Folge.

00:01:21: Hallo Anna!

00:01:21: Grüße Dich!

00:01:22: Schön dass Du Dir Zeit nimmst für meinen Podcast.

00:01:24: Ich freue mich, dass du heute darfst.

00:01:26: Hallo Annette, ich bin auch total glücklich das ich hier sein darf.

00:01:31: Ich habe mich ja schon so wahnsinnig gefreut bei unserem Vorgespräch, weil du ja auch aus dem OP kommst in Anführungszeiten.

00:01:37: Wir haben wirklich große Schnittmengen im Lebenslauf und ich glaube wir starten einfach mal damit dass du dich einfach gut selber vorstellst.

00:01:46: Genau!

00:01:47: Ja, ich bin die Anna Rolf.

00:01:49: Ich bin zwischen forty-fünf Jahre alt und hab einige jahre Erfahrungen im Gesundheitswesen in verschiedenen Bereichen wie Du eben schon gesagt hast.

00:01:57: als ausgebildete OP Schwester ist mein Ursprung im Klinikleben Und durch äußere Umstände durfte ich mein Spektrum erweitern, in dem ich dann die Gunst der Stunde genutzt habe und den niedergelassenen Bereich vor Jahren kennengelernt und lieben gelernt habe.

00:02:13: Und daraus quasi das bauen durfte was ich jetzt bin.

00:02:20: Ich habe es ja schon öfters erzählt, was meine Intention war den OP zu verlassen, den ich wirklich sehr, sehr geliebt habe bzw.

00:02:26: immer noch zeitweise liebe in kleinen homöopathischen Dosen?

00:02:31: Was war dein Beweggrund?

00:02:32: den OP verlassen?

00:02:35: Ganz ganz bei meiner Grund bin Mama geworden und zwar in einer Konstellation die im deutschen Gesundheitssystem einfach eine wahnsinnig große Herausforderung mit sich bringt nämlich wenn der Papa dieses Kindes auch im Gesundheitswesen tätig ist Und damit viel unser System, unser Familiensystem zusammen.

00:02:55: und einer von uns beiden musste die Entscheidung treffen aus diesen Wechseldiensten.

00:03:00: Aus diesem starren System, aus diesen nicht individuell angepassten Möglichkeiten einfach auszubrechen!

00:03:08: Es ist einfach nach wie vor so, dass das Gesundheitswesen nicht sehr familienfreundlich ist mit den Diensten und mit allem.

00:03:13: Und wie du sagst, ein starres System, das wenig zulässt.

00:03:17: Familie bringt ja einen hohes Maß an Flexibilität.

00:03:23: Das ist eine.

00:03:23: Dann bist du aus dem OP raus und du hast mir erzählt, dass du dann für dich deine Mission entdeckt hast?

00:03:31: Magst du mal kurz darüber sprechen und uns erzählen was du für dich als deine Mission ansiehst?

00:03:38: Genau, also im Prinzip bin ich nicht aus dem OP raus um da nochmal kurz vorzugreifen weil das ist ein Teil meiner Geschichte, meiner Missionsentstehung.

00:03:46: Sondern ich habe mir einen OP gesucht der diese Flexibilität einfach geboten hat.

00:03:50: und da ist der niedergelassene Bereich eben einfach viel viel offen.

00:03:55: dafür konnte ich quasi eben in meinem OP-Bereich, wo wir quasi fusioniert haben mit einer größeren Praxis einen eigenen OP gebaut haben.

00:04:06: Also richtigen mit einem OP-Saal, mit einer Instrumentenaufbereitung auf dem Raum und mit einem angegliederten Anästhesisten.

00:04:15: Da hatte ich dann einfach die Möglichkeit mich auch zu entwickeln, nämlich in der Sache dass ich endlich meinen Qualitätsdenken quasi verbildlichen konnte.

00:04:23: Also ich hatte die Möglichkeit, mein eigenes Qualitätsempfinden plötzlich auszuleben und auch zu zeigen und auch dem ganzen Team des Verständnis dafür mitzugeben.

00:04:34: Und das war im Prinzip der Ursprung von meiner Mission, dass sich gelernt habe durch diese Erfahrungen in Klinik leben versus den niedergelassenen Bereich zu sehen, dass Qualitätenmanagement umso größer diese Systeme sind weniger gelebt werden und unter falscher Sicherheit quasi nach außen getragen werden.

00:04:57: Und im niedergelassenen Bereich ist es tatsächlich so, es wird gesehen.

00:05:00: natürlich das ist die Sicherheit für Praxisinhaberinnen und für die Mitarbeiter und natürlich für den Patienten.

00:05:08: aber es bringt auch ganz viele Möglichkeiten mit was Führung angeht, was Kommunikation angeht Was Prozessoptimierung angeht und somit hatte quasi meine Mission den Ursprung, dass ich gar nicht QN mache.

00:05:22: Sondern dass ich Verständnis schaffen und damit ganz viel in Bewegung bringen.

00:05:26: Also wenn du dich selbst in Bewegungen versetzt dann kannst

00:05:33: du im Prinzip alles bewegen.

00:05:34: Ich bin da völlig beide, ich sehe das genauso.

00:05:36: Die kleinen niedergelassenen Praxens sind einfach viel kleinere Organisationen, die sind viel wendiger als Kliniken in öffentlicher Hand oder so.

00:05:45: Da steckt auch ein ganz anderes Konstrukt dahinter, dann muss man einfach mal fair bleiben.

00:05:49: aber

00:05:50: die Mechanismen sind ja im Prinzip die gleichen und für dich war das Qualitätsmanagement quasi wie soll ich sagen das Instrument der... Das Instrument, das die ermöglicht hat quasi das Ganze so zu etablieren.

00:06:04: Dein Qualitätsempfinden zu etablieren wie du das möchtest oder?

00:06:09: Genau weil es natürlich auch vorausgesetzt war dadurch dass wir fusioniert haben.

00:06:13: Wir hatten die Herausforderung zwei langjährige Bestandsteams zusammenzuführen.

00:06:19: Das ist natürlich wahnsinnig herausfordernd vor allem das eine Team in die Bestandsräumlichkeiten der anderen Praxis gezogen sind.

00:06:28: Das heißt, da gab es ein Hausrecht und wir machen das immer so!

00:06:32: Da haben wir wieder den Satz gegeben.

00:06:34: Genau, lieben wir?

00:06:36: Ja genau, dann die Herausforderung des Leistungsspektrums sich intern erweitert hat.

00:06:43: Wir haben vorher die gleichen Operationen durchgeführt aber wir mussten uns für diese Operationen extern einmieten.

00:06:54: Schnittstellen, die es einfach nötig gemacht haben das Ganze als eins umzubauen.

00:06:59: Und da gibt's im Prinzip kein besseren Bergzeugkasten als ... ich sag mal Qualitätsentwicklung.

00:07:06: Qualitätersmanagement sage ich eigentlich ganz ungern weil das immer so weggeschoben wird.

00:07:10: aber dieses Verständnis dafür wir sind jetzt eins und wir müssen einen Weg finden wie wir das was für uns auch am Ende beim Patienten fühlen oder was der Patient fühlt, wenn er bei uns rausgeht.

00:07:26: Aber jetzt bin ich mal ganz ehrlich.

00:07:27: Ich habe ja schon an ganz verschiedenen Stellen im Gesundheitswesen gearbeitet, das Thema QM also da rollen sich glaube ich bei allen automatisch die Augen, aber bei vielen bei allen nicht.

00:07:36: Bei vielen die Augen automatisch nach oben der Kopf wird zwischen den Schulterplättern gezogen und jeder denkt oh Gott lass mich bloß in Ruhe mit diesem Thema.

00:07:45: es gilt als verstaut aufwendig.

00:07:49: Also ist es ganz oft sehr negativ konnotiert Und du sagst aber nein, da kannst auch anders machen.

00:07:58: Genau!

00:07:59: Also dann bin ich wirklich... also ich bin davon überzeugt.

00:08:04: Ich beschreibe mich auch ganz oft als QM-Freak.

00:08:06: Also viele sehen es so als negativ ein Freak zu sein, aber ich sehe das eher positiv weil ich mich wirklich daraus hebe.

00:08:14: Bei mir geht es nicht darum dem Praxisinhaber schlaflose Nächte die schlafflosen Nächste zu nehmen sondern mir geht es vor allem auch darum, die Mitarbeiter mitzunehmen.

00:08:27: Und das ist etwas was ich einfach aus meiner Erfahrung lernen durfte dass ich wie auch immer in die Wiege gelegt bekommen habe, dass ich die Menschen mitreise also da wo ich über mein Thema spreche, wo jeder denkt du das ist ja wirklich ausgekaut!

00:08:46: Die sitzen am Ende da und sagen okay ich mache mit Und da ist irgendwas, was von mir persönlich in die Welt getragen werden muss.

00:08:55: Das ist einfach im Prinzip das Thema Qualitätsmanagement.

00:08:59: aber halt einfach anders gedacht, anders aufgezogen, anders umgesetzt.

00:09:02: und ich hebe mich auch ein bisschen ab weil ich nicht QM mache für die Praxen sondern ich begleite die Praxis während sie ihr eigenes QM aufbauen.

00:09:14: Die bekommen vor mir die Begleitung, die Unterstützung alles an die Hand, was sie brauchen um inhaltlich mit wenig Aufwand das umzusetzen, was es zum einen nötig hat.

00:09:26: Was es braucht und vor allem auch wo man sich langfristig wohlfühlt.

00:09:32: Du sprichst gerade von Aufwand?

00:09:35: Ist es so dass eher Kunden zu dir kommen, die sagen wir müssen's halt machen?

00:09:41: jetzt wollen wir es irgendwie gutmachen?

00:09:42: keine Ahnung.

00:09:43: oder kommen eher Menschen zu dir die den Mehrwert schon erkannt haben

00:09:47: Total unterschiedlich.

00:09:49: Ich habe wirklich die Bandbreite!

00:09:51: Also ich hab Praxen, die in der absoluten Zwickmühle sitzen also die dann erst wach werden wenn die Behörden sie wach rütteln mit Fristen.

00:10:02: Das sind Prozesse, die über Jahre schon vor mir gelaufen sind.

00:10:05: da geht es darum Baustellen aufzuräumen umzubauen.

00:10:10: Dann hab' ich aber auch Kunden, die eine Niederlasso planen.

00:10:17: Da bin ich in Kooperation mit einer Institution, die quasi den gesamten finanziellen Rahmen, die gesetzlichen rechtlichen Dinge organisiert und begleitet.

00:10:30: Und dann ist es ja im Prinzip der Zustand, indem ich ans Werk gehe, nämlich die Räunlichkeiten sind da – das Leben muss da rein!

00:10:42: Und das ist im Prinzip auch etwas, was ich aus meiner angestellten Zeit mitgenommen habe.

00:10:47: Dass sich schon immer ausgeheben wurde von meinen Arbeitgebern um bei anderen Praxen Standorte aufzubauen und das QM anzupassen wenn Leistungsteck drin sich erweitert haben weil es ist ja so dass die also Ich bin halt einfach chirurgisch Bin einfach Muppe-Schwester und das aus Leidenschaft.

00:11:07: Das heißt Die Ärzte die sich hier niederlassen möchten ja auch ambulant operieren.

00:11:12: Und man muss sich einfach vorstellen, die kommen alle aus der Klinik und in der Klingel bekommen sie alles serviert so kann man das quasi sagen.

00:11:21: also die wissen weder was man alles dafür braucht noch was davor passiert und was danach passiert dass man es wieder gebrauchen kann.

00:11:28: und auch da greift quasi wieder das quen nämlich dieses Bei Quantitätsmanagement spreche ich von den Schnittstellen zwischen den Schnittstellen oder die Prozesse zwischen den Prozessen.

00:11:41: Also da geht es gar nicht um die eigentliche Tätigkeit, sondern das Denken davor danach unter Zwischen.

00:11:48: und das ist einfach auch ein Anliegen vor mir dass ich sage Geht doch einfach ab wenn ihr einen Team führt Wenn ihr in die Niederlassung geht frisch anfand, dann konzentriert es doch auf diese Punkte und gibt das andere was einfach einmal aufgebaut und etabliert werden muss in externen Hände.

00:12:12: Und zwar in solche Hände die dein Team langfristig so fit machen dass sie das automatisch im Alltag weiterführen können.

00:12:21: weil das ist etwas was ich auch gemerkt habe.

00:12:24: also mein ganzes Konzept ist an meiner Erfahrung gewachsen genau diese, diese Wege gegangen bin und einfach alleine war.

00:12:33: Und ich gemerkt habe wenn eine Person Qn macht in der Praxis auch wenn die Bestand des Teams ist Wenn diese Person das Haus verlässt verändert es sich und in der Regel läuft es zwar weiter.

00:12:49: Wichtige Bestandteile bleiben wir auch erhalten aber da zeigt sich ganz schnell was wurde wirklich gut angenommen und was nicht, weil dann plötzlich stockt es.

00:12:58: Und das ist für mich immer der Punkt wo ich sage, dass möchte ich eigentlich umgehen, weil die Praxisimhaber investieren.

00:13:05: Die investieren in ihre Mitarbeiter, in die Zeit, in diese ganzen Gespräche, die auch rundum das Etablieren von QM stattfinden.

00:13:17: Da ist es einfach wichtig nicht abhängig von uns machen, also sprich ich als externe Begleiterin.

00:13:23: Ich möchte nicht von mir abhängigen machen!

00:13:25: Das ist überhaupt nicht mein Ziel wie manche andere die Praxen beraten und QM für wir aufbauen.

00:13:31: Wir machen am besten gleich ein fünf Jahresvertrag, das ist bei mir nicht.

00:13:35: Ich begleite mit der Absicht dass sich los lasse und dass es auch ohne mich weitergeführt werden kann.

00:13:46: mir damals bei mir selber gewünscht hätte, was ich einfach nicht hatte und was sich daraus einfach jetzt ergeben hat.

00:13:52: Und QM ist für mich einfach alles!

00:13:56: Ich kann es nicht anders beschreiben – da geht's um die Instrumentenaufbereitung, die Instrumen in Beschaffung.

00:14:01: Bestell ein paar Instrumente, die kommen einfach im Tütchen.

00:14:05: Dann geht's dann aber nicht weiter wenn man nicht weiter denkt.

00:14:07: Ich habe schon Praxen begleitet, die haben

00:14:10: bzw.,

00:14:11: ich habe sie beobachtet weil wir uns dort extern eingenietet hatten.

00:14:16: Die haben einen eigenen OP dann auch gebaut gehabt und haben sich überhaupt nicht darum gekümmert, dass sie auf die Instrumente wieder aufgefeitet werden müssen.

00:14:27: Also Sie hatten sich entschieden das Nichtserre zu tun sondern extern abzugeben und das Problem dann war, dass Sie niemanden gefunden haben in der Region, die Kapazitäten hatten Und es hatte die Folge, ich glaube es war hinter Heilebronn eine zentrale Aufbereitungsanlage quasi gefunden hatten, die das übernommen hatten.

00:14:51: Aber sie wussten es doppelte an Instrumente anschaffen weil das Ganze immer auf der Straße unterwegs ist und dass es doch einfach etwas.

00:15:00: wenn du jemanden hast, der einfach weiß was alles dazu gehört sind das die ersten Punkte die du angehst bevor du über den den OP-Tag ansich sprichst?

00:15:10: Weil nach OP Tag ist einfach vor dem OP Tag.

00:15:15: Schnittnahzeit ist auch nicht einfach eine Floskel, sondern da gehört einfach etwas dazu.

00:15:20: Nicht ganz viel Erfahrung.

00:15:22: Nämlich kannst du OP Pläne so gestalten dass sie im Fluss bleiben.

00:15:31: Da hat man ganz viele Möglichkeiten und man kann aber auch einfach ganz viel Stockend gestalten Und das ist einfach etwas was ich in meinem Rucksack mitbringe.

00:15:39: Ich habe das alles erlebt und für mich es auch einfach wichtig zu... diese Arbeit in jeder gelassene Bereich so schätzen zu können.

00:15:47: Ist es für mich tatsächlich auch wichtig, den Klinikbereich zu kennen?

00:15:51: Weil ich da auch mein Herz dran noch habe und dass ich da viel bewegen möchte und deswegen ja einfach die zum Beispiel in den OTA- und Arthaschulen ganz viel an Reflektionen auf mit denen... also ich bin als Referente Schülern ganz viele Reflektionen abhalte, damit sie aus diesen Systemsdenken auch rauskommen und für sich entscheiden können ich bin was?

00:16:21: Ich kann was.

00:16:22: Und ich möchte gerne bleiben.

00:16:25: aber dann fang endlich an mich zu führen.

00:16:28: Ja das ist eigentlich auch glaube ich eine gute Basis so die ich sage jetzt mal die nächsten Gestalte im Gesundheitswesen heranzuzüchten die diesen Anspruch gleich schon mitbringen an gute Führung.

00:16:39: da bin ich völlig bei dir.

00:16:41: Ich weiß ja auch aus eigener Farben, weil ich eben wie gesagt auch aus der Klinik komme und das ist schon lange im Gesundheitswesen arbeite.

00:16:51: Dieses kurzfristige Denken dieses Denken von heute bis morgen das hält sich wie?

00:16:56: Ich weiß nicht wie Das ist so zäh das aus manchen Köpfen raus zu bekommen also dass ich weiß gar nicht woran es liegt ob das persönliche Eigenschaften sind oder ob das wirklich vom System Ja, wie soll man sagen?

00:17:14: So bedingt wird.

00:17:16: Ich verstehe es ganz oft nicht dass die Menschen nicht anfangen im Gesundheitswesen langfristig zu denken gute fundierte Systeme zu etablieren, gute Prozesse auszuarbeiten und das immer so kurzfristig gedacht wird.

00:17:31: Wie gehst du dagegen vor?

00:17:32: oder wie arbeitest du gegen dieses fest sementierte Glaubensmuster an?

00:17:39: Naja, es ist ja im Prinzip in unserem Gesundheitssystem nichts von heute auf morgen wie du schon sagst.

00:17:44: Das heißt wir können ja jetzt nur erahnen was uns in zwanzig Jahren erwartet und ich meine ich hatte vorhin schon gesagt mein Mann ist alles zu Sieg leger.

00:17:55: Er ist seit zwanziger jahren in der schweiz angestellt.

00:17:58: da läuft das ganze einfach langsamer.

00:18:00: aber auch da kommt jetzt das an Was wir schon für zwanzige Jahre in Deutschland hatten und besprechen natürlich auch viel Zuhause darüber.

00:18:07: Und in zwanzig Jahren stehen wir einfach mit Fachkräften da, die zum Beispiel nur das Wissen aus den Lehrbüchern haben.

00:18:18: Weil es zum Beispiel nicht genutzt wird jetzt wo die ganzen Babydummer bald in Rente gehen deren Erfahrungsschatz in irgendeiner Form aufzufangen so dass der nicht in Rnte geht sondern wissen quasi, weitergegeben werden kann.

00:18:37: Und ich finde das Gesundheitssystem... Ich weiß nicht ob ich mich da jetzt so weit aus dem Fenster lehne aber es ruht sich tatsächlich einfach ein bisschen aus auf diesen Herzensangelegenheiten der Mitarbeiter weil wir sind einfach einen sehr empathischen Menschenschlag.

00:18:58: und bevor wir nein sagen, haben wir uns schon dreimal im Kreis gedreht, bis es uns über die Lippen kommt.

00:19:06: Und dann gehört ganz viel Mut dazu, weil wir tun's ja für unsere Kollegen.

00:19:11: Wir tuns vielleicht meine Stationsleitung oder OP-Leitung.

00:19:17: Wir tunts natürlich für die Patienten aber da sind wir auch ein bisschen blauäugig und ein bisschen in dieser Erwartungsinkonkurrenz.

00:19:24: das ist so dieses was ich auf ganz oft benutze in meinen Webinaren und Workshops mit den Mitarbeitern im Gesundheitswesen.

00:19:32: Wir haben nie gelernt, unsere Erwartung auszusprechen.

00:19:38: Und dadurch passiert es immer wieder dass wir für uns eine Haltung entwickeln können die an Erwartungen geknüpft sind aber der andere in keinster Weise spiegelt.

00:19:51: und dann kommen wir immer wieder an diesen Punkt das wir sagen ich bin ausgebrannt Ich werde ausgenutzt also so dieses Reaktive.

00:20:00: Also wir haben nie gelernt, für uns selber wirklich auch mal eine Stimme zu beziehen und zu sagen ich möchte das.

00:20:07: Aber mein Ziel ist das!

00:20:09: Ist das auch dein Ziel?

00:20:11: Und das ist einfach etwas, das haben wir nie gelernt.

00:20:14: Das ist einfach nicht Bestandteil in unserer Ausbildung.

00:20:17: Wir werden ja immer mehr zur Fachexperten erzogen.

00:20:21: Das sieht man ja daran... Ich bin ja noch der alte Schlag quasi Krankenschwester.

00:20:26: Dann musstest du, ich glaube zwei drei Jahre praktische Erfahrungen sammeln, bevor du dann mal ein Haus findest was dich in die Fachweiterbildung schickt.

00:20:34: Die zwei Jahre dauert.

00:20:36: also es ist einfach.

00:20:38: Wir hatten auch da schon über den Tellerrand.

00:20:40: wir wussten Was passiert vor bevor die Patienten im OP landen?

00:20:43: Was passiert im OP?

00:20:45: Und das ist für uns ja schon wieder ein ganz anderes als Für die jetzt.

00:20:49: Ataus und Otaus haben einen Einsatz auf Station.

00:20:53: Sie wissen gar nicht was erwartet dem Patient welches Sorgen welche Mütte Was braucht er?

00:20:57: Wie geht es überhaupt weiter, mag dieser OP.

00:21:01: Und auch das ist ja schon wieder sinnwillig.

00:21:04: dafür spricht es dass wir ja quasi gar nicht da großgezogen werden, dass wir über den Tellerrand hinaus schauen und das finde ich ein wirklich so.

00:21:14: dieses Ausruhen des Gesundheitssystems.

00:21:17: Wir schwimmen mal mit, wir gucken bis wir die nächste Baustelle haben.

00:21:21: In dem Fall sind es in der Regel nicht die Behörden, die einem im Nacken sitzen wie die niedergelassenen Mediziner sondern da sind's dann einfach irgendwelche neuen Reformen.

00:21:32: Die einfach zum Denken anstoßen.

00:21:34: und dann kommt der nächste Geschäftsführer wieder irgendwas rettet für die nächsten zwei Jahre Der wird auch wieder rausgeschmissen.

00:21:40: Dann kommt der nächste Geschäftsführer Und das ist ja für mich mittlerweile wirklich Kaugummi.

00:21:48: Als die Diagis vor zwanzig Jahren ungefähr kam, war es eigentlich schon entsteingemeißelt dass das nicht mehr zusammenpasst.

00:21:55: Also wir wollen ein wirtschaftliches, wirtschaftlich tragendes System mit Menschen, die total empathisch sind sich als letztes anstellen.

00:22:06: und dass das langfristig nicht funktioniert.

00:22:08: Das ist ja mal wohl klar.

00:22:11: Ja absolut bin ich völlig bei dir und deswegen sind wir auch da wieder uns einig, sag ich mal wir beide dass wir Menschen einfach anfangen müssen aufhören zu warten das von außen etwas kommt sondern dass wir selber in die Hand nehmen und unser Umfeld gestalten.

00:22:28: Und es geht ja auch.

00:22:29: also ich meine du siehst es ja auch bei deinen Kunden.

00:22:30: Ich sehe es bei meinen Kunden.

00:22:32: Es ist ja schon was möglich unabhängig vor den schlechten Rahmenbedingungen.

00:22:35: Die können wir einfach nicht ändern und da muss die Politik aus dem Quark kommen.

00:22:40: ob es tut oder nicht keine Ahnung.

00:22:42: aber wir müssen für uns Systeme Ein Arbeitsumfeld gestalten, wo wir existieren können.

00:22:47: Wo es uns gut geht und wo wir gute Arbeit abliefern können.

00:22:51: Und das ist ja möglich

00:22:53: auf alle Fälle.

00:22:55: Wir müssen einfach im Gesundheitswesen begreifen dass das Thema Führung nichts mit ich habe einen Führungskurs abgelegt zu tun hat sondern mit einer persönlichen Einstellung mit persönlichen Kompetenzen.

00:23:08: Ich bin auch der Meinung Das ist aber meine Meinung dass nicht jeder fürs Führen gemacht ist.

00:23:16: Also jeder hat seine Rolle in den beruflichen Feld und nicht jeder will führen, aber wir?

00:23:24: also es geht nicht mehr um die Köpfe, es geht um den Inhalt, um das Herz und auch was bringen diejenigen mit?

00:23:29: Und vor allem was brauchen wir in unserem Team?

00:23:32: Also deswegen sage ich, also auch das ist ja alles poem!

00:23:36: Ich muss mir wie viele Praxen machen irgendwelche Standard Alorsen immer noch auf ihren, in einem so einen Aussteller.

00:23:45: Auf ihrem Träsen.

00:23:46: wir suchen eine MFA.

00:23:47: die werden im Lebtag keine finden weil alle die da vorbeilaufen wissen wie scheiße es in dieser Praxis läuft.

00:23:53: Ja du sprichst mir so

00:23:54: aus der Seele!

00:23:55: Genau so ist es ja

00:23:57: genau hier und ja da ist einfach ich will nichts investieren.

00:24:02: Ich möchte in meinem alten System bleiben also in meinen alten Mustern ist auch so wenn manche wissen mehr denn fünf Jahre meine Praxis abgeben, dann müssen die sich nicht mehr umkrempeln.

00:24:12: Aber dann müssen sie damit einfach klarkommen mit den Konsequenzen daraus.

00:24:17: Also für mich war es damals, um auch nochmal auf das Thema Fachkräftemangel zu kommen weil das ist ja meistens die Konseqenz der Mitarbeiter wenn du nicht geführt wirst.

00:24:28: also ich sag immer Es gibt die guten Mitarbeiter in der Praxis einfach Die Mutter sind, die Seele dieser Praxis.

00:24:37: Die Bezeichnung gut wird mir oft so ein bisschen manig gesprochen.

00:24:42: Ich habe einfach eine emotionale Beziehung zu dieser Bezeichnungen, weil die Guten sind die, die Erwartungen aussprechen und die ihr Ziel definiert haben.

00:24:55: Und die möchten geführt werden!

00:24:57: Wenn du davon zwei drei in deinem Team hast dann ist das Gold wert.

00:25:05: nach der niedergelassenen Zeit in der Orthopädie-Unfallchirurgien auch wieder die Situation gehabt, dass ich quasi durch äußere Rahmenbedingungen, also diese Praxis verlassen musste und dann nochmal einen anderen Schritt gegangen bin.

00:25:19: Nämlich ich bin komplett aus der kassenärztlichen Schiene raus und wurde abgeworben von einem klassischen Chirurgen, der mir meine Traumstelle gebaut hat.

00:25:30: Und da habe ich noch mal ganz andere Sachen gelernt nämlich was heißt Serviceleistung was heißt, wirtschaftliches Denken, Unternehmer tun und so weiter.

00:25:41: Was wir auch in unserer Ausbildung so gut wie gar nicht anschmeiden.

00:25:46: Und wie wichtig es doch eigentlich ist?

00:25:48: Weil das Maß der Dinge bin doch eigentlich ich selber wenn ich in eine Praxis gehe dann habe ich eine Vorstellung wie ich da durchgehen möchte.

00:25:59: Es gibt auch Praxen.

00:26:00: Das ist mir auch schon passiert.

00:26:01: Da saß ich hab mich gerade die ein Klatschzeitschriftchen auf den Schoß gelegt und dann wurde ich aufgerufen.

00:26:08: Und da habe ich gesagt, das gibt es doch gar nicht!

00:26:09: Jetzt wollte ich doch einfach mal eine Zeitung plättern.

00:26:15: Also meine Erwartungen waren die Kinder waren klein... Ich hatte Gott sei Dank einen Arztterminen und ich suchte mal alleine das Haus verlassen und ich wollte mal diese blöde bunten Plättern und trage mich dazu, weil einfach dieser Ablauf in diesem Praxis, dass natürlich für ganz viele andere Total gut ist.

00:26:35: Es ist immer gut, es ist immer herrlich

00:26:37: klar!

00:26:39: Ja und

00:26:41: ja das sind einfach solche... also ich messe an mir und deswegen habe auch an mein Umfeld diese Erwartung im Prinzip müssen wir einfach an uns das Maß nehmen so wie ich in die Arztpraxis gehe und dadurch gehen möchte mit den mit den Schnittstellen der MFAS mit den Behandlungen der Ärzte, mit den Möglichkeiten, die mir einfach gegeben werden.

00:27:06: Genau so sollte man sein Praxissystem aufbauen und jeder, der sagt ich will da nicht rein investieren, der verhindert quasi dass man in sich selber investiert.

00:27:20: In seine Praxis, in seinen Systemen, in seine Mitarbeiter, in seiner Patienten, die kommen natürlich wieder Die sprechen auch in der Öffentlichkeit darüber, wo es gut ist und wo es schlecht ist.

00:27:31: Das sind nämlich wirklich die Sprachbore schlechthin und die werden einfach total unterschätzt.

00:27:37: also nicht nur das was bei Yamida oder bei Google abgeliefert wird sondern dass man untereinander bestricht

00:27:43: von Mensch zu Mensch ja?

00:27:45: Und da sind wir in der Zwischenzeit einfach auch, dass wir über Empfehlungsmanagement sprechen und das sind alles Bezeichnungen, die in Arzt traxen noch gar nicht angekommen sind und die wir aber in unserem Privatleben schon total praktizieren.

00:27:59: Und wenn wir unser Privat leben, unsere eigenen Bedürfnisse einfach mal an unseren beruflichen Alltag mit einbauen dann sehen wir unseren Weg und dann sehen ja auch unser Ziel.

00:28:09: Und ich für mich warum ich auch das tue.

00:28:13: jetzt was ich tue ist für mich eine Investition in mich selbst weil bei allen Praxen in Wartenwürttemberg in meinem Einzugsgebiet, meinen Qualitätsanspruch leben dürfen.

00:28:26: Wenn die alle so geführt werden wie ich das gerne für mich hatte dann ist es eine Investition in mich selbst weil ich egal welche Praxis einlaufen kann und genau so auch versorgt werde.

00:28:42: Und es geht nicht nur darum, dass der Patient sich wohlfühlt.

00:28:44: Weil wenn die Patienten sich wohl fühlen ist ein System da wo sie auch die Mitarbeitenden füllen können.

00:28:48: Wo gut geführt werden kann.

00:28:51: Das einfach stabil ist und wofür alle einen guten Raum bildet oder?

00:28:57: Ganz genau!

00:28:58: Was

00:28:58: für ein vollmindantes Schlusswort.

00:29:00: Wahnsinn!

00:29:01: Ich sehe, wir müssen uns noch öfter treffen liebe Anna weil das einfach... Du sprichst mir so sehr aus der Seele diesen Perspektivwechsel den wir angehen müssen und er ist so wichtig und für den kämpfen wir beide auf jeden Fall jeden Tag.

00:29:16: ich sage Vielen lieben Dank für deine Zeit, dass du uns so toll mitgenommen hast in deiner Welt.

00:29:21: Dass es uns gezeigt hat das QM doch nicht so verstaubt ist und ein notwendiges Übel ist sondern das Qm wirklich ein sehr mächtiges Handwerkszeug sagen kann.

00:29:32: Liebe Anna ich sage jetzt vielen Dank für Deine Zeit und ich sag hoffentlich bis bald!

00:29:35: Das würde mich freuen wenn wir uns noch mal treffen.

00:29:37: Ja sehr gerne!

00:29:41: Was für eine inspirierende Folge!

00:29:43: Anna zeigt einfach so schön, dass Qualitätsmanagement keine verstaubte Pflichtübung sein muss.

00:29:48: sondern ein richtig starker Hebel für ein funktionierendes Team

00:29:52: und entspanntes Arbeiten sein

00:29:54: kann.

00:29:54: Außerdem bestätigt sie mal wieder wunderbar, wie wichtig es ist sein Umfeld aktiv zu gestalten und in die eigenen Prozesse zu investieren!

00:30:02: Wenn

00:30:03: dir diese Folge gefallen hat dann lass super gerne eine Bewertung auf Spotify oder Apple Podcasts sah.

00:30:08: das hilft uns ungemein den Club der Gestalter noch weiter wachsen zu lassen.

00:30:12: Und jetzt

00:30:13: sage ich vielen Dank fürs Reinhören.

00:30:14: bleibt mutig.

00:30:15: pass auf dich auf

00:30:16: und gestalte weiter Denn du weißt ja, Mut kommt von Machen.

00:30:21: Und damit tschau bis zum nächsten Mal!

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